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Der Führer (2/3)

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Am nächsten Tag versammelte sich alles, was den Mut besaß, mit auf den weiten Weg zu gehen. Mehr als zweihundert Familien kamen zur verabredeten Stelle, und nur wenige blieben daheim zurück, um den alten Herd zu hüten.

Es war ein trauriges Bild, dieser Haufen elender Menschen, die die bittere Not zwang, das Land, in dem sie geboren worden waren und in dem die Gräber ihrer Vorfahren lagen, zu verlassen. Ihre Gesichter waren hager, erschöpft, von der Sonne verbrannt. Das Leid vieler mühevoller Jahre hinterließ Spuren auf ihnen, verlieh ihnen einen Ausdruck des Elends und bitterer Verzweiflung. Aber in diesem Augenblick spiegelte sich in den Augen der erste Strahl der Hoffnung – aber auch des Heimwehs. Manchem Greis floß eine Träne über das verrunzelte Gesicht, er seufzte verzweifelt, schüttelte den Kopf mit einer bösen Vorahnung und hätte lieber noch ein paar Tage abgewartet, bis auch seine Knochen in diesem Karst hätten ruhen können, statt nach einer besseren Heimat zu suchen. Viele Fraün stimmten laute Klagelieder an und verabschiedeten sich von den Verstorbenen, denen sie die Gräber nun selbst überließen.

Die männer rissen sich zusammen, und um nicht auch weich zu werden, schrien sie:

„Verdammt, wollt ihr denn weiter in dieser verfluchten Gegend hungern und in diesen Löchern hausen?“ Aber auch sie hätten am liebsten diese ganze verfluchte Gegend und ihre armseligen Häuschen mitgenommen, wenn es irgendwie möglich gewesen wäre.

Es war ein Lärmen und Schreien, wie überall, wo große Menschenmassen versammelt sind. Männer wie Fraün und auch die Kinder, die von den Müttern in Wiegen auf dem Rücken getragen wurden, kreischten durcheinander. Auch das Vieh war unruhig geworden. An Vieh hatten sie wenig. Hier und da ein Kalb. Dann ein magerer, struppiger Klepper mit großem Kopf und dicken Beinen, den sie mit allen möglichen groben Decken, Beuteln oder je zwei Säcken über den Saumsattel beladen hatten, so daß das arme Tier unter der Last hin und her wankte; doch hielt es sich aufrecht und wieherte. Andere hatten Eselchen beladen.

Freche Kinder zogen Hunde an Ketten hinter sich her. Wirr mischten sich Reden, Schreien, Fluchen, Wehklagen, Weinen, Kläffen; auch ein Esel machte zwei-, dreimal i-a, i-a, i-a.

Nur der Führer brachte kein Wort hervor, als ginge ihn die ganze Schar und das Durcheinander nichts an. Ein echter Weiser!

Er saß unbeweglich, gesenkten Kopfes, schwieg und dachte. Nur ab und zu spuckte er, das war alles. Aber gerade durch sein sonderbares Verhalten wuchs seine Beliebtheit so, daß jeder bereit gewesen wäre, für ihn, wie man sagt, durchs Feür zu gehen. Häufig konnte man etwa folgendes Gespräch hören:

„Wir können glücklich sein, einen solchen Menschen gefunden zu haben. Hätten wir uns ohne ihn auf den Weg gemacht – Gott behüte – das wäre eine heillose Geschichte geworden, es wäre aus mit uns! Das ist ein kluger Kopf, mein Lieber! Leider schweigt er nur. Noch kein Wort hat er gesprochen!“ sagte einer und sah mit Ehrfurcht und Stolz auf den Führer.

„Was sollte er auch sagen? Wer viel reder, denkt wenig. Kluger Mensch! – Selbstverständlich! Er schweigt nur und denkt nach“, fügte ein anderer hinzu, und auch er blickte voll Ehrfurcht auf den Führer.

„Überlegt, es ist nicht leicht, so viele Menschen zu führen! Er muß denken, wenn er sich eine solche Pflicht aufgebürdet hat!“ sagte wiederum der erste.

Es kam die Zeit zum Aufbruch. Sie warteten ein wenig, weil es vielleicht doch noch jemand hätte einfallen können, sich ihnen anzuschließen. Aber als keiner mehr kam, wollten sie nicht mehr länger zögern.

„Wollen wir losziehen?“ fragten sie den Führer.

Er stand auf, ohne ein Wort zu sagen.

Die mutigsten Männer reihten sich sofort um ihn, ihm beizustehen und ihn zu beschützen, falls ihm eine Gefahr drohen sollte.

Der Führer zog energisch die Augenbraün zusammen, ging gesenkten Kopfes einige Schritte, schwang würdevoll den Wanderstab vor sich hin, und das Volk zog ihm nach und schrie wieder und wieder: „Er lebe hoch!“

Der Führer ging noch einige Schritte, und stieß gegen den Zaun vor dem Gemeindegebäude. Da blieb er natürlich stehen, die Masse mit ihm. Der Führer wich ein Stückchen zurück und klopfte zwei-, dreimal mit dem Stock gegen den Zaun.

„Was machen wir jetzt?“ fragten sie.

Er schwieg.

„Was – was sollen wir tun?“

„Reißt den Zaun nieder!“ – „Recht so, los!“

„Siehst du denn nicht, daß er mit dem Stock ein Zeichen gibt, was zu tun ist?“ schrien diejenigen, die in der Nähe der Führers standen.

„Da ist die Tür – dort ist tie Tür!“ schrien die Kinder und zeigten auf die Tür, die gegenüber lag.

„Pssst, still Kinder!“

„Gott sei mit uns – was geht hier vor sich?“ bekreuzigten sich einige Fraün.

„Haltet den Mund, er weiß, was zu tun ist. Weg mit dem Zaun!“

Im Nu barst der Zaun, als wäre er nie dagewesen. Sie stiegen über ihn hinweg.

Kaum, daß sie hundert Schritte gegangen waren, fiel der Führer plötzlich in einen großen Dornenstrauch und blieb liegen. Mit Mühe und Not riß er sich heraus und begann mit dem Stock bald nach links, bald nach rechts zu schlagen. Der Zug stockte.

„Was ist denn jetzt schon wieder los?“ schrien die hinteren.

„Sofort den Dornenstrauch durchbrechen!“ schrien die Vornestehenden zurück.

„Da ist der Weg, hinter dem Dornenstrauch! Da ist der Weg, hinter dem Dornenstrauch!“ riefen die Kinder und mit ihnen die aus dem Hintergrund.

„Da ist der Weg – da ist der Weg!“ äfften zornig die Männer neben dem Führer nach.

„Und wer weiß, wohin er uns führt, ihr Blinden? Alle können nicht befehlen. Er wird schon wissen, welcher Weg besser und näher ist! Durchbrechen wir den Dornenstrauch!“

Sie stürzten sich darauf und schlugen eine Bresche.

„A-jaoj!“ zeterte einer, dem ein Dorn in die Hand stach, und ein anderer, dem ein Brombeerzweig ins Gesicht peitschte.

„Ohne Mühe, mein Bruder, gibt es nichts. Man muß sich ein bißchen anstrengen, wenn man etwas erreichen will“, antworteten die Mutigsten.

Nach manchen Anstrengungen hatten sie den Dornenstrauch durchbrochen und zogen weiter.

Eine Zeitlang schleppten sie sich dahin, bis sie auf Holzpfähle stießen.

Auch diese warfen sie um und zogen drüberweg.

An diesem Tag kamen sie nur langsam voran, denn sie hatten noch einige ähnliche kleinere Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Und dies bei magerer Kost; der eine hatte nur trockenes Brot und etwas Käse bei sich, der andere nur Brot, um wenigstens ab und zu den Hunger zu stillen. Und mancher hatte nicht einmal Brot. Gott gab die Sommerzeit dazu, und man fand wenigstens hier und da einen Obstbaum.

Obwohl sie, wie gesagt, am ersten Tag nur eine kleine Strecke zurückgelegt hatten, verspürten sie am Abend große Müdigkeit. Besondere Gefahren drohten nicht, auch Unfälle hatte se nicht gegeben. Selbstverständlich kamen bei einem so großen Unternehmen auch Kleinigkeiten vor:

Einer Frau war ein Dornenzweig ins linke Auge gefahren, sie hatte einen feuchten Lappen darumgewickelt.

Ein Holzpfahl schlug auf das Beinchen eines Kindes, es hinkte und jammerte.

Ein Greis stolperte über einen Brombeerstrauch, er fiel und verstauchte sich den Fuß. Ihm wurde eine geriebene Zweibel aufgelegt, er ertrug tapfer den Schmerz und humpelte mutig weiter, auf den Stock gestützt, dem Führer nach. (Viele behaupteten zwar, der Alte lüge, er habe sich gar nicht den Fuß verstaucht, sondern er verstelle sich nur, um zurückkehren zu können.)

Schließlich waren es wenige, die keinen Dorn im Arm oder das Gesicht nicht zerkratzt hatten… Die Männer ertrugen es heldenhaft, die Fraün dagegen verfluchten die Stunde des Aufbruchs, und die Kinder, wie Kinder nun einmal sind, weinten natürlich, denn sie begriffen noch nicht, daß diese Qualen und Schmerzen reich belohnt werden würden.

Zum Glück und zur Freude aller passierte dem Führer nichts. Er, wenn wir ehrlich sein wollen, wurde allerdings auch am meisten beschützt, aber – wahrhaftig – der Mann hatte Glück.

Auf dem ersten Nachtlager beteten sie und dankten Gott, daß sie den ersten Tag glücklich überstanden hatten und daß ihrem Führer nichts, auch nicht das kleinste Übel, zugestoßen war. Da nahm einer aus der Gruppe der Mutigsten das Wort. Über sein Gesicht lief eine Strieme, die vom Brombeerbusch herrührte, aber er achtete nicht darauf:

„Brüder!“ begann er, „nun haben wir, Gott sei Dank, einen Tag glücklich hinter uns. Der Weg ist nicht leicht, aber wir müssen tapfer alle Hindernisse überwinden, denn wir wissen, daß uns dieser qualvolle Weg zu unserem Glück führt. Möge unser allmächtiger Gott den Führer vor jedem Übel bewahren, damit er uns auch weiterhin so erfolgreich führen kann!…“

„Morgen werde ich, wenn das so weiter geht, auch noch mein zweites Auge verlieren!“ brummte die Frau zornig vor sich hin.

„Ach, au, mein Bein!“ schrie der Alte auf, ermutigt durch die Bemerkung der Frau.

Die Kinder piepsten unentwegt und weinten. Und die Mütter beschwichtigten sie, um die Worte des Redners zu hören.

„Ja, du wirst auch das zweite Auge verlieren“, fuhr der Redner auf, „und wenn du beide verlierst…! Was bedeutet es, wenn eine Frau die Augen für eine so große Sache opfert. Schande! Denkst du nicht an das Gute und an das Glück deiner Kinder? Und wenn die Hälfte von uns für diese Sache zugrunde geht – was macht’s! Was ist schon ein Auge. Wozu brauchst du denn die Augen, wenn jemand da ist, um für uns zu sehen und uns zu unserem Glück zu führen? Sollen wir vielleicht wegen deines Auges und wegen der Beine des Alten unser großes Unternehmen aufgeben?“

„Er lügt, der Alte! Der Alte lügt! Er verstellt sich nur, damit er umkehren kann!“ hörte man Stimmen von allen Seiten.

„Brüder, wer nicht mehr mitmachen will“, meldete sich wieder der Redner, „der soll umkehren, anstatt zu jammern und die übrigen aufzuhetzen. Ich jedenfalls, ich werde diesem klugen Führer folgen, solange ich lebe.“

„Alle werden wir folgen, alle ihm, bis an unser Lebensende.“

Der Führer schwieg.

Die Leute begannen ihn wieder zu mustern und flüsterten:

„Er schweigt nur und denkt!“

„Ein weiser Mensch!“

„Sieh dir seine Stirn an!“

„Und immer dieser umdüsterte Blick!“

„Ernst!“

„Mutig ist er, das sieht man an allem.“

„Mutig!“

„Laßt ihn: Zaun, Holzpfähle, Sträucher, alles riß er nieder.“

„Er klopft nur so finster mit dem Stock und spricht nichts!“

„Sei still, wirst sehen, wie du ohne ihn weiterkommst!“

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Der Führer (1/3)

„Brüder und Freunde, ich habe mir all eure Reden angehört. Nun bitte ich euch, hört mir zu.

Alle unsere Beratungen und Gespräche führen zu nichts, solange wir in diesen unfruchtbaren Gegend bleiben wollen. Auf diesem sandigen Boden und auf diesen Steinen ist bisher nichts Rechtes gediehen, nicht einmal, wenn wir Regenjahre hatten, geschweige denn bei solcher Dürre, wie sie vermutlich niemand von uns bisher erlebt hat.

Wie oft werden wir uns noch so zusammenfinden und ins Leere reden? Unser Vieh ist verreckt an Futtermangel, und es fehlt nicht viel, dann werden auch wir mitsamt unseren Kindern verhungern. Wir müssen eine andere, bessere und klügere Lösung finden. Ich denke, er wäre am besten, wir verlassen diese unfruchtbare Gegend und ziehen in die weite Welt, um einen besseres und fruchtbareres Land zu suchen, denn so können wie nicht länger leben.“

So sprach auf einer Versammlung mit müder Stimme einer der Bewohner jener unfruchtbaren Gegend. Wo und wann sich das zugetragen hat, das – denk ich – geht weder euch noch mich etwas an. Die Hauptsache ist, ihr glaubt mir, daß dies irgendwo und irgendwann in irgendeinem Land wirklich geschehen ist – und das genügt. Früher meinte ich nämlich, ich hätte diese ganze Geschichte erdichtet, aber nach und nach befreite ich mich von diesem schrecklichen Irrtum, und heute bin ich fest davon überzeugt, daß all dies, was ich jetzt erzählen werde, irgendwann einmal stattgefunden hat und stattfinden mußte und daß ich diese Geschichte niemals hätte erfinden können.

Die Zuhörer des Mannes – blasse, abgezehrte Gesichter, mit stumpfem, trübem, austruckslosem, fast bewußtlosem Blick, die Hände unter dem Gürtel – schienen nach diesen klugen Worten aufzuleben. Jeder sah sich schon in einer zauberhaften, paradiesischen Landschaft, wo die mühelvolle Arbeit mit reicher Ernte belohnt werden würde.

„Er hat recht – recht hat er…“ begannen die erschöpften Stimmen von allen Seiten zu raunen.

„Ist es nahe?“ hörte man ein gedehntes Flüstern aus einer Ecke.

„Brüder!“ fing ein anderer mit etwas kräftigerer Stimme zu sprechen an. „Wir müssen diesem Vorschlag sofort folgen, so geht es einfach nicht mehr weiter! Wir haben geschuftet und wir haben uns gequält, und trotzdem war alles umsonst. Wir haben uns das Getreide vom Munde abgespart und haben gesät. Aber dann kam die Flut und schwemmte alles weg, Samen und Erde von der zerklüfteten Berghängen, so daß nur der nackte Stein übrigblieb. Sollen wir hier ewig ausharren, von früh bis spät uns abrackern und dennoch hungrig und durstig, nackt und barfuß bleiben? Wir müssen aufbrechen und einen besseren und fruchtbareren Boden suchen, wo unsere mühsame Arbeit mit reicher Frucht belohnt wird.“

„Laßt uns gehen, laßt uns sofort gehen, hier läßt es sich nicht mehr leben!“ erhob sich ein Geflüster und die Masse zerstreute sich, ohne zu wissen wohin.

„Halt, Brüder! Wo wollt ihr hin?“ fing der erste Redner wieder an. „Freilich sollten wir fortziehen, aber so geht das nicht. Wir müssen genau wissen, wohin wir wollen, sonst kommen wir, anstatt uns zu retten, vom Regen in die Traufe. Ich schlage vor , daß wir einen Führer wählen, dem wir alle zu gehorchen haben und der uns den rechten, besten und nächsten Weg führt.“

„Wählen, ja, sofort wählen!“ hörte man von allen Seiten. Es entstand ein allgemeines Durcheinanderreden, ein richtiger Tumult. Jeder sprach, und keiner hörte dem andern zu, noch hätte auch einer den andern verstehen können.

Dann begannen sie sich in kleine Gruppen aufzuspalten; jeder murmelte etwas vor sich hin. Auch diese kleinen Gruppen lösten sich auf, man nahm sich an der Hand, immer zwei und zwei, jeder spricht auf den anderen ein und versucht ihm etwas zu beweisen, zieht ihn am Ärmel und legt ihm die Hand auf den Mund. Und wiederum trafen alle zusammen und wiederum sprachen alle.

„Brüder!“ übertönte eine stärkere Stimme alle anderen heiseren, stumpfen Stimmen. „So kommen wir nicht weiter, alle sprechen durcheinander und keiner hört auf den anderen. Wir wollen einen Führer wählen! Wen könnten wir unter uns wählen? Wer unter uns ist so weit gereist, daß er die Wege kennt? Wir kennen uns alle gut, und dennoch würde ich mich mit meinen Kindern keinem einzigen hier auf dieser Versammlung anvertraün. Sagt mir lieber, wer kennt diesen Wanderer dort, der schon seit heute früh im Schatten am Wege sitzt?“

Es entstand eine Stille, alle wandten sich dem Unbekannten zu und musterten ihn von Kopf bis Fuß.

Jener Mann mittleren Alters, ein gebräuntes Gesicht, das vor lauter Haaren und Bart kaum zu sehen was, saß, schwieg wie bisher und klopfte – wie in Gedanken vertieft – von Zeit zu Zeit mit seinem dicken Wanderstab auf die Erde.

„Gestern habe ich denselben Mann mit einem Jungen gesehen, sie führten sich an der Hand und gingen des Weges. Und gestern am Abend ging der Junge durchs Dorf auf und davon. Der Wanderer aber blieb hier.“

„Brüder! – Laßt diese Kleinigkeiten und Narreteien, wir wollen keine Zeit verlieren. Wer er auch sei, er ist ein Wanderer von weit her. Wenn ihn auch keiner von uns kennt, sicher kann er uns den nächsten und besten Weg weisen. Wie ich ihn einschätze, scheint denkt fortwährend. Ein anderer würde sich bis jetzt schon zehnmal vorlaut eingemischt oder mit irgend jemand ein Gespräch angeknüpft haben, aber er sitzt die ganze Zeit über allein da und schweigt.“

„Natürlich, der Mann schweigt und sinnt über etwas nach. Es kann ja nicht anders sein. Bestimmt ist er sehr klug“, folgerten schließlich auch die anderen. Sie begannen den Fremden von allen Seiten zu mustern, jeder entdeckte an ihm und seinem Äußeren eine andere glänzende Eigenschaft, viele einen Beweis seiner außergewöhnlichen Klugheit.

Es wurde nicht viel Zeit mit Gesprächen zugebracht, und alle einigten sich, es wäre am besten, diesen Wanderer, den ihnen, wie sie sagten, Gott selbst geschickt hatte, zu bitten, sie in die Welt mitzunehmen, um ein besseres Land und einen fruchtbareren Boden zu suchen; er solle ihr Führer sein. Sie wollten sich ihm unterwerfen und ihm bedingungslos folgen.

Sie suchten aus ihrer Mitte zehn Männer aus, die zu dem Fremden gehen sollten, um ihm die Beschlüsse der Versammlung vorzutragen. Sie sollten ihm ihre elenden Verhältnisse schildern und ihn bitten, sich als Füherer ihrer anzunehmen.

So gingen denn zehn, beugten sich demütig vor dem klugen Fremden, und einer von ihnen begann, von dem unfruchtbaren Boden ihres Landes zu sprechen, von den trockenen Jahren und dem Elend, in dem sie sich befanden; er schloß folgendermaßen:

„Diese Umstände zwingen uns, unsere Gegend und unsere Häuser zu verlassen und in die Welt zu ziehen, um eine bessere Heimat zu suchen. Ausgerechnet in diesem Moment, wo wir auf einen so glücklichen Gedanken gekommen sind, scheint sich auch Gott unser zu erbarmen, indem er dich, weiser und vorbildlicher Fremder, zu uns sandte, damit du uns führst und vom Elend erlöst. Wir bitten dich, im Namen aller Einwohner, unser Führer zu sein. Wohin du auch gehen magst, wir folgen dir. Du kennst die Wege und bist wohl auch in einer glücklicheren und besseren Heimat geboren. Wir werden dir gehorchen und uns jedem deiner Befehle beugen. Willst du, weiser Fremder, dich bereit erklären, so viele Seelen vor dem Untergang zu retten, willst du unser Führer sein?“

Der weise Fremde hob während dieser rührenden Rede nicht einmal den Kopf. Er blieb bis zuletzt in derselben Haltung, in der sie ihn vorgefunden hatten: Mit gesenktem Kopf, finster, schweigsam, klopfte er nur hin und wieder mit dem Stock auf den Boden. – Er denkt.

Als die Rede zu Ende war, stieß er kurz und langsam durch die Zähne, ohne dabei die Haltung zu ändern:

„Ich will!“

„Können wir uns also mit dir auf den Weg machen und nach einem besseren Land suchen?“

„Könnt ihr!“ sagte der weise Fremde, ohne den Kopf zu heben.

Jetzt erhob sich Begeisterung und Dank, aber auch daraufhin ließ der Weise kein einziges Wort verlauten.

Die zehn teilten der Versammlung den Erfolg mit und rühmten die Klugheit, die – wie sie erst jetzt richtig gesehen hätten – in ihm steckte.

„Er rührte sich überhaupt nicht vom Fleck, hob nicht einmal den Kopf, um wenigstens zu sehen, wer mit ihm sprach. Er schwieg nur und dachte nach; auf all unsere Reden und Dankesbeteürungen hat er kaum zwei Worte erwidert.“

„Ein richtiger Weiser!“ „Eine seltene Klugheit!“ riefen sie voll Freude von allen Seiten und behaupteten, der Herrgott selbst habe ihn als Engel vom Himmel herabgesandt, um sie zu retten. Jeder glaubte fest an den Erfolg unter der Führung eines solchen Mannes, den nichts auf der Welt aus dem Konzept bringen konnte.

So wurde auf der Versammlung beschlossen, noch am nächsten Morgen bei Sonnenaufgang aufzubrechen.

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Gedanken eines einfachen serbischen Ochsen

Es gibt so viele Wunder auf der Welt. Aber unser Land ist, wie viele sagen, an Wundern in solchem Maße reich, daß die Wunder schon gar keine Wunder mehr sind. So gibt es bei uns Menschen in höchsten Stellungen, die denken nich daran zu denken. Zum Ausgleich dafür, oder vielleicht auch anderen Gründen, wagte sich ein ganz gewöhnlicher Bauernochse, der sich in nichts von der übrigen serbischen Ochsen unterschied, an diese ungewohnte Arbeit: Er dachte! Der liebe Gott mag wissen, warum sich dieser geniale Ochse zu einme so kühnen Unternehmen, nämlich zum Denken, entschloß, denn es hat sich bisher gezeigt, daß man von diesem unglückseligen Handwerk in Serbien nur Schaden ernten kann. Vielleicht wußte der arme Kerl nicht, daß sich in seiner Heimat dieses Handwerk nicht rentiert. So wollen wir es nicht seiner besonderen Zivilcourage zuschreiben, wenn es auch rätselhaft bleibt, warum gerade ein Ochse denkt: Ist er doch weder Wähler noch Gemeinderat, noch Bürgermeister, und es hat ihn auch niemand als Abgeordneten in ein Ochsenparlament gewählt, oder gar, wenn er alt genug ist, als Senator. Sollte der Sünder allerdings davon geträumt haben, in einem Ochsenland Minister zu werden, so müßte er sich im Gegenteil darin über, so wenig als möglich zu denken, wie dies die besten Minister einiger glücklicher Länder tun. Nun, auch hierein hat unser Land kein Glück!

Aber schließlich, was soll es uns kümmern, daß ein Ochse in Serbien sich dieses von den Menschen vernachlässigten Handwerks angenommen hat! Es kann ja auch sein, daß er eben aus einem natürlichen Instinkt zu denken began.

Was für ein Ochse ist das nur?!

Ein ganz gewöhnlicher Ochse. Wie die Zoologen sagen würden, hat er einen Kopf, Rumpf, Glieder und alles übrige genau so wie die anderen Ochsen. Er zieht den Wagen, frißt Gras, leckt Salz, käut wieder und brüllt.

Er heißt Sivonja, der graue Ochse.

So also begann er zu denken…

Eines Tages spannte sein Herr ihn und seinen Freund Galonja von den Wagen, lud auf den Wagen mehrere gestohlene Holzpfähle und fuhr sie in die Stadt, um sie zu verkaufen.

Sein Herr verkaufte die Pfähle, kaum daß er die ersten Häuser der Stadt erreicht hatte, nahm das Geld, schirrte Sivonja und seinen Freund aus, machte die Kette fest, mit der die beiden Ochsen am Joch angeschirrt waren, warf ihnen eine aufgebundene Garbe Maisstroh vor und kehrte gut gelaunt in einer kleinen Kneipe ein, um sich – recht wie ein Mann – mit einigen Schnäpsen zu stärken. In der Stadt war ein Fest. Männer, Frauen und Kinder strömten vorbei.

Galonja, der auch sonst unter den Ochsen als ziemlich dumm bekannt war, achtete auf nichts, sondern machte sich allen Ernstes an das Mittagsmahl, aß sich dick und satt, brüllte vor Zufriedenheit, legte sich nieder und begann in süßem Schlummer wiederzukäuen. Dier verschiedenen Menschen, die an ihm vorüberströmten, verwunderten ihn nicht. Er schlummerte und käute wieder.

(Schade, daß er kein Mensch ist, denn er besitzt all Anlagen zu einer großen Karriere.)

Sivonja indessen rührte keinen Bissen an. Sein bäurischer Blick und sein trauriger Gesichtsausdruck sagten auf den ersten Blick, daß er ein Denker war und eine empfindsame Seele dazu.

Menschen zogen an ihm vorüber, Serben, stolz auf ihre große Vergangenheit, auf ihre Namen, auf ihr Volk. Diesen Stoltz trugen sie mit ihrer steifen Haltung und in ihrem Gang zur Schau. Sivonja schaute sich das an und plötzlich überkam ihr Schmerz über die große Ungerechtigkeit der Welt. Er konnte diese heftige Rührung nicht unterdrücken. Er brüllte traurig und in seinen Augen schwammen Tränen.

Vor Schmerz begann Sivonja zu denken: „Worauf ist mein Herr und alle seine serbischen Mitbürger eigentlich so stolz? Warum tragen sie ihren Kopf so hoch und blicken mit geschwollenem Hochmut und mit Verachtung auf mein Geschlecht herab?…

Sie sind stolz auf ihr Vaterland, sie sind stolz darauf, daß ihnen das gütige Schicksal zuteil wurde, hier in Serbien geboren zu sein.

Nun, auch mich hat meine Mutter hier in Serbien gekalbt, und dies ist nicht nur meine Heimat und die meines Vaters, sondern auch meine Vorfahren und wieder deren Vorfahren sind alle zusammen aus ihrer alten slawischen Urheimat in diese Gegend gekommen. Und keiner von uns Ochsen brüstet sich deshalb, sondern wir waren immer nur stolz darauf, wer die schwerste Last bergauf ziehen konnte. Und kein Ochse hat jemals zu einem deutschen Ochsen gesagt:

,Was wilst du denn, ich bin ein serbischer Ochse, meine Heimat ist das ruhmreiche Land Serbien. Alle meine Ahnen wurden heir gekalbt. Und hier, in diesem Lande sind auch die Gräber meiner Vorfahren!‘

Gott bewahre, damit haben wir uns niemals gebrüstet, das wäre uns im Traum nicht eingefallen.

Und darauf sind sie nun stolz, diese seltsamen Menschen!“

Under solchen Gedanken schüttelte der Ochse traurig den Kopf, die Kuhglocke an seinem Hals schellte und das Joch knarrte.

Galonja öffnete die Augen, schaute seiene Kameraden an und brüllte:

„Da machst du nun wieder deine Dummheiten! Iß doch lieber, du Dummkopf und mäste dich. Siehst du nicht, daß man deine Rippen zählen kann? Wenn das Denken so gut wäre, dann hätten es die Menschen bestimmt nicht uns Ochsen überlassen. Ein solches Glück wäre uns nicht zuteil geworden!“

Sivonja sah seinen Freund mitleidig an, wandte seinen Kopf ab und vertiefte sich wiederum in seine Gedanken.

„Sie sind stolz auf ihre leuchtende Vergangenheit. Sie haben das Amselfeld und die Schlacht auf dem Amselfeld. Was ist das schon! Nun, zogen denn nicht auch schon damals meine Vorfahren Proviant und Kriegsausrüstung für das Heer? Wären wir damals nicht gewesen, hätten es die Menschen selber tun müssen!

Außerdem haben sie den Aufstand gegen die Türken.

Das ist eine große und edle Sache, aber wer war denn das? Haben etwa jene aufgeblasenen Hohlköpfe den Aufstand gemacht, die sich faul vor mir räkeln, als ob es allein ihr Verdienst gewesen wäre?

Nehmen wir als Beispiel meinen Herrn. Auch er ist aufgeblasen, prahlt mit dem Aufstand und vor allem damit, daß sein Urgroßvater als großer Held im Befreiungskrieg gefallen ist. Nun, ist das sein Verdienst? Sein Urgroßvater hatte ein Recht, darauf stolz zu sein, aber er? Sein Urgroßvater ist gefallen, damit mein Herr frei sein kann. Er ist auch frei, aber was tut er mit seiner Freiheit? Er stiehlt fremdes Holz, setzt sich auf den Wagen und ich muß ihn und das Holz ziehen, während er auf dem Wagen schläft.

Jetzt hat er das Holz verkauft, säuft Schnaps, tut gar nichts und rühmt sich ,seiner‘ leuchtenden Vergangenheit.

Aber wie viele meiner Vorfahren sind während des Aufstandes geschlachtet worden, damit die Kämpfer essen konnten. Und haben sie nicht damals Kriegsausrüstung, Kanonen, Verpflegung und Munition ziehen müssen? Aber uns fällt es nicht ein, uns mit ihren Verdiensten zu brüsten, weil wir uns nicht geändert haben: Wir erfüllen noch heute unsere Pflicht, wie sie auch unsere Vorfahren treu und geduldig erfüllt haben.

Dann sind sie stolz auf die Leiden ihrer Ahnen und auf ihre 500jährige Sklaverei.

Mein Geschlecht hingegen leidet, seitdem es besteht. Wir leiden noch heute und sind Sklaven, wir haben es jedoch nie and die große Glocke gehängt.

Sie sagen, due Türken haben sie gequält, geschlachtet und gepfählt; aber auch meine Vorfahren sind von Serben und Türken geschlachtet und gebraten worden und haben alle möglichen Martern erlitten.

Und dann sind sie stolz auf ihren Glauben – dabei glauben sie an gar nichts!

Bin denn ich oder mein Geschlecht daran schuld, daß sie uns nicht ins Christentum aufnehmen?

Ihr Glaube befiehlt ihnen: ,Du sollst nicht stehlen!‘

Nun, bitte, mein Herr stiehlt und säuft mit dem Geld, das er für seinen Diebstahl bekommen hat.

Der Glaube erlegt ihnen auf, ihrem Nächsten Gutes zu tun, aber sie fügen einander nur Böses zu.

Bei ihnen ist man der beste Mensch und gilt als Muster an Tugend, wenn man schlechte Taten unterläßt, aber es fällt natürlich niemandem ein, von einem zu fordern, nicht nur das Böse zu unterlassen, sondern darüber hinaus auch Gutes zu tun.

Sieh, wie tief sie gesunken sind, daß ihre Muster an Tugend jenen unnützen Menschen gleichen, die es bloß unterlassen, anderen Böses zu tun.“

Der Ochse seufzte tief und sein Seufzer wirbelte den Staub von der Straße auf.

„Ist denn dann,“ fuhr er in seinen traurigen Gedanken fort, „mein Geschlect nicht besser als sie alle? Ich habe noch niemanden getötet, keinem Schlechtes nachgesagt, keinem etwas gestohlen; niemand schuldlos aus dem Staatsdienst entlassen, in der Staatskasse kein Defizit gemacht und keinen betrügerischen Bankrott; niemals unschuldige Menschen gefesselt und verhaftet; meine Kameraden nicht verleumdet; meine öchsischen Grundsätze nicht preisgegeben; kein falsch Zeugnis abgelegt; ich war niemals Minister und habe dem Land keinen Schaden zugefügt, aber abgesehen davon, daß ich nichts Schlechtes getan habe, tue ich auch noch jenen Gutes, die mir Böses tun.

Als meine Mutter mich kalbte, haben mir die schlechten Menschen gleich die Muttermilch entzogen. Der liebe Gott hat das Gras vermutlich für uns Ochsen zuerst geschaffen und nicht für die Menschen und trotzdem nehmen sie uns auch noch das Gras vor dem Maule weg. Trotz der vielen Schläge ziehen wir den Menschen die Wagen, pflügen für sie und schaffen ihnen dadurch ihr Brot. Ja, und trotz alledem erkennt niemand unsere Verdienste fürs Vaterland an…

Ist das nicht großartig: Der Glaube sagt den Menschen, alle Fasten einzuhalten, aber sie können noch nicht mal das bißchen Fasten bestehen, während ich und mein ganzes Geschlecht das ganze Leben über fasten, seit sie uns vom Muttereuter vertrieben haben.“

Der Ochse senkte den Kopf, als ob er sich über etwas Kummer machte, hob ihn wieder hoch, schnaufte zornig, und es schien, als ob ihm etwas Wichtiges einfiele und ihn quäle. Auf einmal brüllte er voll Lust: „Jetzt hab ich’s, das muß es sein!“ und setzte seine Gedanken fort:

„Also das ist es: Sie brüsten sich mit der Freiheit und den Bürgerrechten. Darüber muß ich ernsthaft nachdenken.“ Er dachte und dachte, aber es wollte nicht recht stimmen. „Worin bestehen eigentlich ihre Rechte? Wenn ihnen die Polizei befiehlt, ihre Stimme abzugeben, dann tun sie das. Nun, das könnten wir ja schließlich auch: Jaaa! muhen. Und wenn es ihnen die Polizei untersagt, dann dürfen sie weder stimmen noch sich in die Politik einmischen, genau wie wir. Wir brüllen wenigstens noch und wedeln mit dem Schwanz, aber sie haben nicht einmal die Courage dazu.“

Unterdessen kam sein Herr aus der Kneipe heraus, betrunken, mit wankenden Beinen und trüben Augen, stammelte unverständliche Worte und steuerte im Zick-zack auf den Wagen zu.

„Da sehen Sie, wie dieser stolze Nachkomme seine Freiheit gebraucht, die seine Vorfahren für ihn mit ihrem Blute erkämpft haben. Nun, mein Herr ist betrunken und stiehlt, aber wie haben die anderen stolzen Nachkommen ihre Freiheit genutzt?

Vornehmlich damit, daß sie nichts arbeiten und sich der Vergangenheit und der Verdienste ihrer Ahnen rühmen. Woran sie überhaupt keinen Anteil haben, nicht einmal so viel wie ich.

Und wir Ochsen sind genau so fleißige und nützliche Arbeiter wie es unsere Ahnen waren. Wir sind Ochsen, das stimmt, aber wir können auf unsere mühsame Arbeit und unsere Verdienste stolz sein.“

Der Ochse seufzte tief und neigte seinen Nacken in das Joch.

 

Quelle: Vukić, Miodrag (red.), Jugoslawische Erzähler der Gegenwart – eine Anthologie, Reclam, Stuttgart 1962. (Übersetzt von Miodrag Vukić)

Das Brandmal

Ich hatte einen furchtbaren Traum. Ich wunderte mich nicht so sehr über den Traum selbst als über meinen Mut, so fürchterliche Dinge zu träumen, da ich doch ein stiller und redlicher Bürger Serbiens bin. Wäre ich wenigstens eine Ausnahme unter meinen Mitbürgern! Ich bin es gar nicht; ich gleiche allen anderen aufs Haar, ja, ich kann sogar behaupten, daß ich noch vorsichtiger bin als sie. Einmal sah ich auf der Straße den abgerissenen Knopf einer Polizeiuniform liegen; ich starrte fasziniert auf seinen zauberhaften Glanz und wollte, braver Gedanken voll, gerade an ihm Vorbeigehen, als es in mir jäh einen Ruck gab. Ich verneigte mich ehrfürchtig und setzte schnell das süße, untertänige Lächeln auf, mit dem man die Obrigkeit zu grüßen pflegt.

Alle Achtung! dachte ich. In meinen Adern fließt wirklich edles Blut. Mit einem verachtungsvollen Blick strafte ich einen Lümmel, der gerade des Weges kam und mit seinem schmutzigen Stiefel auf den Knopf trat.

„Dreckfink!“ rief ich zornig und spuckte vor ihm aus. Dann ging ich beruhigt weiter und tröstete mich mit dem Gedanken, daß es nur wenige solcher Lümmel in unserem Lande gibt. Ich war von der Gewißheit erfüllt, daß mir der liebe Gott ein empfindsames Herz und edles Heldenblut beschert hat, dasselbe, das auch in den Adern meiner Vorfahren geflossen ist.

Sie sehen, ich bin wirklich ein netter Mensch, der sich in nichts von anderen Bürgern unterscheidet. Auch Sie werden sich wundern, wieso gerade mir so dumme und grausame Dinge im Traum widerfahren.

An diesem Tag ereignete sich nichts Besonderes. Ich aß ausgiebig zu Abend, stocherte eine Zeitlang in den Zähnen und trank dazu langsam meinen Wein. Nachdem ich auf diese Weise von meinen bürgerlichen Rechten mutig Gebrauch gemacht hatte, legte ich mich ins Bett und nahm ein Buch zur Hand, um schneller einschlafen zu können. Wirklich fiel mir das Buch bald aus der Hand, und ich schlief ein wie ein Lamm, ruhigen Gewissens, weil ich an diesem Tag all meine Pflichten aufs genaueste erfüllt hatte.

Plötzlich befand ich mich auf einem schmutzigen und steilen Pfad, mitten in klarer, dunkler Nacht. Der Wind pfiff durch kahle Äste und stach mich in die bloße Haut. Von dem stummen, grausamen Himmel wehte mir ein feines Schneegeriesel ins Gesicht und in die Augen. Nirgends eine Seele! Ich beeilte mich und rutschte wiederholt aus auf diesem schlammigen Weg. Ich stürzte, richtete mich wieder auf und irrte, wer weiß wohin; die Nacht war keine gewöhnliche Nacht, sondern eine unendliche Nacht, wie ein ganzes Jahrhundert.

So ging ich viele Jahre, der Weg führte mich weit weg von meiner Heimat, in ein unbekanntes, seltsames Land, von dem kein Mensch weiß und das man nur im Traum betritt.

Auf dem Irrweg durch dieses Land kam ich in eine große, dichtbevölkerte Stadt. Auf dem geräumigen Marktplatz dieser Stadt hatte sich eine große Menschenmenge angesammelt und machte so entsetzlichen Lärm, daß einem die Ohren gellten. Ich kehrte in einem Gasthaus ein und fragte den Wirt, warum diese Menge sich angesammelt habe.

„Wir sind ruhige, anständige Leute“, begann er. „Wir dienen treu und gehorsam unserem Gemeindediener.“

„Ist bei euch der Gemeindediener der Höchste?“ unterbrach ich ihn.

„Ja, bei uns regiert der Gemeindediener; nach ihm kommen die Gendarmen.“

Ich begann zu lachen.

„Warum lachst du? Hast du das nicht gewußt? Woher kommst du?“

Ich erzählte ihm, daß ich mich verirrt hatte und daß ich aus dem fernen Land Serbien kam.

„Ich habe schon von diesem berühmten Land gehört“, flüsterte er und sah mich voller Respekt an. Dann fügte er laut hinzu: „So ist es also bei uns. Der Gemeindediener regiert mit seinen Gendarmen.“

„Was für Gendarmen sind denn das?“

„Gendarmen? Deren gibt es verschiedene, sie unterscheiden sich voneinander je nach dem Rang. Es gibt Vorgesetzte und Untergebene… Wir sind, wie gesagt, ruhige und anständige Leute, aber aus der Umgebung kommt allerhand Gelichter in die Stadt, um uns zu verderben und Böses zu lehren. Damit unsere Bürger sich von allen anderen schon äußerlich unterscheiden, hat unser Gemeindediener für morgen alle Einwohner der Stadt ins Rathaus befohlen, wo jedem ein Brandmal auf die Stirn gedrückt werden wird… Die Menge hat sich nun versammelt, um zu beraten, was geschehen soll.“

Ich erschauerte und nahm mir vor, aus diesem furchtbaren Land zu fliehen, weil ich — obgleich ein edler Serbe — an solches Heldentum nicht gewöhnt war und mich dessen schämte.

Der Wirt lächelte wohlwollend und klopfte mir auf die Schulter.

„Na, Fremder? Du bist doch nicht etwa erschrocken?“ fragte er hochmütig. „Na ja, soviel Mut wie bei uns haben die Leute nirgends.“

„Was gedenkt ihr zu tun?“ fragte ich kleinlaut.

„Du wirst schon sehen, was für Helden wir sind. Ich bin weit herumgekommen, aber soviel Courage habe ich nirgends gefunden. Komm mit; ich muß mich jetzt beeilen.“

Wir wollten gerade weggehen, als vor der Tür ein Peitschenknall erscholl. Ich spähte hinaus und sah, wie ein Mann in einem bunten Anzug und mit reichgeschmücktem Dreispitz auf einem anderen Mann ritt, der einen gutgeschnittenen bürgerlichen Anzug trug; sie hielten vor dem Gasthaus, der Mann mit dem Dreispitz trat ein und setzte sich an einen besonders schön gedeckten Tisch. Der Wirt verneigte sich bis zur Erde, zuerst vor ihm, dann auch — etwas weniger tief — vor dem Mann im bürgerlichen Anzug, der draußen wartete.

„Was bedeutet das?“ fragte ich verwirrt.

„Der Herr mit dem Dreispitz ist ein höherer Gendarm“, flüsterte der Wirt, „und der Mann, der draußen steht, ist einer der angesehensten Bürger unserer Stadt. Er ist sehr reich und ein großer Patriot.“

„Warum erlaubt er dann, daß der Dreispitz auf ihm reitet?“

Der Wirt zog mich etwas auf die Seite, lächelte überlegen und sagte: „Bei uns betrachtet man das als eine Ehre, die einem selten zuteil wird.“

Er erzählte mir noch eine Menge, aber ich konnte in meiner Aufregung nichts behalten; nur die letzten Worte blieben mir im Ohr: „Das ist ein großer Dienst am Vaterland, den nicht jedes Volk zu schätzen weiß.“

Wir kamen zur Versammlung, als man gerade im Begriff war, das Ehrenpräsidium zu wählen. Die eine Gruppe hatte einen gewissen Kolb als Kandidaten aufgestellt, eine andere einen gewissen Talb und die dritte einen Kandidaten, an dessen Namen ich mich nidit erinnere. Es entstand großer Tumult, weil jede Gruppe unbedingt ihren Mann durchsetzen wollte.

„Ich glaube, daß man als Präsidenten einer so wichtigen Versammlung keinen besseren Mann finden kann als Kolb“, sagte einer aus der ersten Gruppe. „Seine bürgerlichen Tugenden und sein Mut sind uns allen wohlbekannt. Ich glaube, auf keinem anderen sind unsere Häuptlinge so oft geritten wie auf ihm.“

„Was sprichst du da?“ zischte einer aus der zweiten Gruppe. „Auf dir ist nicht einmal ein Praktikant geritten!“

„Wir kennen eure Tugenden!“ schrie einer aus der dritten Gruppe. „Ihr habt nicht einen einzigen Peitschenhieb ausgehalten, ohne zu winseln!“

„Brüder!“ begann Kolb. „Einigen wir uns! Es ist wahr — auf mir sind unsere Würdenträger schon vor zehn Jahren geritten, sie haben mich tüchtig mit der Peitsche traktiert, und ich habe nicht geschrien. Aber vielleicht gibt es verdienstvollere Leute unter uns, jüngere Kräfte.“

„Es gibt keine!“ schrien seine Anhänger.

„Wir wollen nichts von früheren Verdiensten hören!“ schrie einer aus der zweiten Gruppe. „Es ist schon zehn Jahre her, daß ein Höherer auf Kolb geritten ist!“

„Es gibt jüngere Kräfte!“ schrie die dritte Gruppe. „Wir wollen von den Alten nichts mehr wissen!“

Die Menge verstummte plötzlich und bildete eine Gasse, durch die ein junger Mann von etwa dreißig Jahren geschritten kam. Alle, an denen er vorbeiging, verbeugten sich tief.

„Wer ist das?“ fragte ich den Wirt.

„Der Erste unter den Bürgern. Ein noch junger, aber vielversprechender Mann. Trotz seiner Jugend ist der Gemeindediener schon dreimal auf ihm geritten. Er ist sehr populär.“

„Vielleicht fällt die Wahl auf ihn.“

„Das ist mehr als sicher. Alle bisherigen Kandidaten sind schon ältere Leute, über die die Zeit schon hinweggegangen ist. Auf dem Jungen ist der Gemeindediener erst gestern geritten!“ Und er fügte ehrfürchtig hinzu: „Er heißt Kleard.“

Man ließ Kleard den Ehrenplatz.

„Ich glaube“, unterbrach Kolb die Stille, „daß wir keinen besseren Mann zum Präsidenten bekommen können als Kleard. Er ist jung, und die Älteren unter uns können sich bei weitem nicht mit ihm messen.“

„So ist es! Es lebe Kleard!“ rief die Menge.

Kolb und Talb führten ihn zum Präsidentenpodium. Alle verneigten sich tief.

„Ich danke euch, Brüder“, sagte Kleard, „für eure Aufmerksamkeit und für diese hohe Ehre, die ihr mir heute einhellig erwiesen habt. Die Hoffnungen, die ihr in mich gesetzt habt, sind sehr schmeichelhaft. Es ist nicht leicht, die Wünsche des Volkes in diesen schweren Tagen in die Tat umzusetzen. Aber ich werde mich mit allen Kräften bemühen, euer Vertrauen zu rechtfertigen; ich werde euch überall würdig vertreten und mein Ansehen hochhalten. Ich danke euch, Brüder, für die Wahl.“

„Er lebe! Er lebe! Er lebe!“ donnerte es von allen Seiten.

„Gestattet mir, Brüder, euch nun einiges über das bevorstehende wichtige Ereignis zu sagen. Es ist nicht leicht, all die Schmerzen und Qualen, die uns erwarten, zu ertragen; es ist nicht angenehm, wenn einem mit glühendem Eisen ein Brandmal auf die Stirn gedrückt wird. Ja, diesen Qualen ist nicht jeder gewachsen. Die Feiglinge mögen zittern und vor Angst erbleichen, wir aber werden in keinem Augenblick vergessen, daß wir Nachkommen unserer großen Vorfahren sind und daß in unseren Adern das edle Heldenblut unserer Urgroßväter fließt, jener furchtlosen Ritter, die nicht einmal mit den Zähnen knirschten, als sie für die Freiheit und für unser aller Wohl starben. Gering sind unsere Schmerzen, verglichen mit ihren Opfern. Sollen wir uns als dekadent und feig erweisen, jetzt, da wir in Freiheit und Überfluß leben? Jeder echte Patriot wird es nicht zulassen, daß unsere Art sich vor aller Welt mit Schande bedeckt, er wird darum die Schmerzen männlich und gefaßt ertragen.“

„So ist es! Er lebe! Er lebe!“

Es meldeten sich noch einige feurige Redner, die mit denselben Worten wie Kleard das eingeschüchterte Volk ermutigten. Dann meldete sich ein blasser, erschöpfter Greis mit zerfurchtem Gesicht und schneeweißem Haar und Bart. Er ging gebückt, und vor Altersschwäche zitterten ihm Knie und Hände. Seine Stimme bebte, und in seinen Augen glänzten Tränen.

„Kinder!“ begann er, und die Tränen rollten ihm durch die Gesichtsfurchen in den weißen Bart. „Ich werde bald sterben, aber ich werde diese Schande nicht über mich ergehen lassen! Ich habe hundert Jahre ohne ein Sklavenmal gelebt, und jetzt soll ich es mir auf meinen grauen Schädel drücken lassen?“

„Nieder mit dem alten Halunken!“

„Nieder mit ihm!“ schrien die einen.

„Der alte Feigling!“ schrien die anderen.

„Statt die Jüngeren zu ermutigen, erschreckt er nur das Volk!“ schrien die dritten. „Er soll sich seines grauen Hauptes schämen!“

„Er hat lange genug gelebt, und jetzt hat er noch Angst!“

„Nieder mit dem Feigling! Verräter! Hinaus mit ihm!“

Die aufgeregte Menge junger, mutiger Bürger stürzte sich auf den ausgemergelten Greis und begann in ihrem Zorn, ihn zu schlagen und über den Boden zu schleifen. Nur wegen seines hohen Alters ließen sie ihn am Leben.

Danach schworen alle, daß sie sich am nächsten Tag mit freudigem Gesicht und voller Stolz auf ihre Menschenart das Brandmal aufdrücken lassen würden. Die Versammlung ging in größter Ordnung auseinander.

„Morgen werden wir zeigen, wer wir sind!“

„Morgen werden wir sehen, wie sich die Großmäuler benehmen!“

„Es ist die Zeit gekommen, da jeder zeigen muß, ob er etwas wert ist oder nicht, da die Spreu vom Weizen geschieden wird!“

Ich ging zurück ins Wirtshaus.

„Hast du nun gesehen, wer wir sind?“ fragte stolz der Wirt.

„Ich habe es gesehen“, antwortete ich mechanisch und spürte, wie mich die Kräfte verließen und wie mir der Kopf von den seltsamen Eindrücken brummte.

Am gleichen Tag las ich in der Zeitung einen Leitartikel folgenden Inhalts:

„Bürger! Die Zeit des leeren Geredes ist vorbei! Der Augenblick, da Ihr Euren Wert mit Taten beweisen müßt, ist gekommen! Wir hoffen, daß es unter Euch nicht allzu viele Feiglinge geben wird, die darauf warten, von den Behörden mit Gewalt dorthin gebracht zu werden, wo das Brandmal aufgedrückt wird. Jeder, der in sich noch einen Tropfen vom Heldenblut unserer Vorfahren spürt, wird sich zum Brandmal drängen! Er wird voll Stolz den Schmerz ertragen, denn es ist der Schmerz des Nationalbewußtseins und der Liebe zum Vaterland! Vorwärts, Bürger, zum Morgen der ritterlichen Bewährung!“

Mein Wirt hatte sich gleich nach der Versammlung niedergelegt, um am nächsten Tag schon in aller Frühe aufbrechen zu können.

Viele ließen sieb schon am Abend vor dem Rathaus nieder, um sich die ersten Plätze zu sichern.

Am nächsten Tag ging auch ich vors Rathaus. Groß und klein, Männer und Frauen hatten sich auf dem Platz niedergelassen. Einige Mütter trugen auch ihre Kleinsten auf den Armen, um sie mit dem Sklavenmal, pardon, mit dem Ehrenmal brandmarken zu lassen, damit sie später leichter in den Staatsdienst kommen könnten.

Man drängte sich und schimpfte (darin glichen sie ein wenig uns Serben), stieß mit den Ellbogen, um früher an die Reihe zu kommen. Einige würgten einander.

Das Brandmal drückte ein Beamter in feierlich weißer Kleidung auf.

„Langsam, um Gottes willen!“ beruhigte er das Volk. „Jeder wird an die Reihe kommen. Warum drängt ihr euch so? Ihr seid doch kein Vieh!“

Es ging sehr schnell. Der eine schrie auf, der andere stöhnte nur, aber keiner blieb ganz still.

Ich konnte diese Quälerei nicht länger mit ansehen und ging ins Wirtshaus, in dem schon einige Gebrandmarkte aßen und tranken.

„Jetzt haben wir es hinter uns!“ sagte einer.

„Wir haben nicht einmal gemuckst, und Talb hat geschrien wie ein Esel!“ sagte ein zweiter.

„Da hast du deinen Talb! Und gestern wolltest du ihn zum Präsidenten wählen!“

„Wer hätte das auch ahnen können!“

Während sie sprachen, wanden sie sich in Schmerzen und stöhnten, aber jeder schämte sich vor dem anderen.

Auch Kleard hatte sich nicht bewährt; er hatte gestöhnt. Aber ein anderer, ein gewisser Lear, hatte sich als Held ausgezeichnet. Er hatte von dem Beamten verlangt, ihm zwei Brandmale aufzudrücken. Die ganze Stadt sprach mit größter Hochachtung von ihm. Einige Tage lang ging er mit seinen zwei Brandmalen auf der Stirn stolz und hochmütig, voll Ruhm und von allen bestaunt, durch die Stadt. Er war der Held des Tages. Die Mütter zeigten ihn ihren Kindern und flüsterten ehrfurchtsvoll: „Das ist Lear! Der Held, der nicht gemuckst hat, als man ihm zwei Brandmale auf die Stirn drückte!“ Die Zeitungen schrieben voller Lob über ihn und brachten sein Bild auf der ersten Seite.

Als ich diese Lobgesänge hörte, begann das serbische Heldenblut in mir zu kochen. Auch unsere Vorfahren sind für die Freiheit gepfählt worden! Auch wir haben eine ruhmreiche Vergangenheit! Der Nationalstolz nahm von mir Besitz, und die Eifersucht trieb mich zum Rathaus, wo ich die Ehre meines Volkes retten wollte.

„Was lobt ihr euren Lear?“ schrie ich. „Ihr habt noch nie einen richtigen Helden gesehen! Drückt mir zehn Brandmale auf die Stirn!“

Der Beamte im weißen Anzug beugte sich über mich, er hielt das glühende Eisen schon in der Hand, aber in diesem Augenblick erwachte ich. Ich ärgerte mich entsetzlich. Ausgerechnet in dem Augenblick, da ich Lears Ruhm verdunkeln wollte, mußte mir das passieren!

 

Quelle: Dor, Milo (red.), Ein Orden für Argil: Jugoslawien in Erzählungen seiner besten zeitgenössischen Autoren, Horst Erdmann Verlag,  Lenningen 1965. (Übersetzt von Milo Dor und Reinhard Federmann)

Abolition des passions

Grâce en soit rendue au Seigneur miséricordieux, nous sommes serbes: notre besogne lestement accomplie, nous avons désormais l’entier loisir de rester vautrés à bâiller, à rêvasser, à dormir tout notre soûl. Et quand nous en aurons assez, il sera toujours temps d’aller voir ce qui se passe chez les autres, histoire de se distraire. Il paraît qu’il y a d’infortunés pays où les gens ne cessent de batailler et de s’entretuer à propos de je ne sais quels droits, de je ne sais quelle liberté et quelle sécurité des personnes. Dieu nous garde de jamais connaître pareil fléau, pareille calamité! À la seule pensée de ces déshérités qui n’ont pas encore réussi à régler leurs problèmes domestiques, on a la chair de poule. Nous qui administrons déjà la Chine et le Japon! Et qui poussons chaque jour un peu plus loin! Bientôt nos journalistes pourront rapporter des correspondances de Mars ou de Mercure; et dans le pire des cas, de la Lune.

Pour rester dans le ton, moi qui fais partie de ce peuole d’heureux élus, je vais vous parler d’un lointain, fort lointain pays, au-delà des frontières de l’Europe, et de ce qui s’y passait il y a longtemps, fort longtemps.

On ne sait pas exactement où il se trouvait, ni comment s’appelaient ses habitants. Selon toute vraisemblance, ce n’était pas un pays européen et il était peuplé de gens qui étaient tout sauf serbes. Tous les historiens des siècles passés s’accordent sur ce point; quant aux modernes, ils diront peut- être précisément l’inverse. Au reste, ce n’est pas notre affaire et je ne me prononcerai donc pas sur cette question, dussé-je déroger à la coutume: parler de ce qu’on ne connaît pas, faire ce qui n’est pas dans ses cordes.

On sait de source sûre que ce peuple était totalement dépravé, profondément immoral, infesté de vices, habité d’innommables passions. C’est le sujet de la petite histoire que voici qui, j’espère, vous divertira.

Naturellement, vous avez du mal à croire d’emblée qu’il ait jamais pu exister des gens aussi lamentables; sachez pourtant, chers lecteurs, que je me suis appuyé sur des documents authentiques, que je tiens entre les mains.

Voici la traduction exacte de quelques lettres anonymes expédiées à divers ministres:

«X, cultivateur à Kar, est passé à l’auberge après le travail des champs pour y boire le café; il y a lu avec passion des journaux qui attaquent les ministres actuellement en fonction…»

«Dès qu’il sort de l’école, l’instituteur T… de Borak rassemble autour de lui les paysans pour les exhorter à fonder une chorale. En outre, il joue au bistoquet avec les apprentis et au jeu de puce avec ses élèves, ce qui en fait un personnage hautement nuisible et dangereux. Il fait la lecture aux paysans et leur propose même d’acheter des livres. De tels méfaits ne sauraient être tolérés car ils pervertissent l’entourage. En prétendant que nos paisibles et honnêtes citoyens veulent vivre libres, l’instituteur leur impute un crime qu’ils ne sauraient commettre, quant à lui il ne se gêne pas pour répéter sans cesse que la liberté est plus chère que tout. Il fume comme un sapeur; ce faisant, il crache.»

«Après l’office, le prêtre C… de Sor s’est rendu à un meeting politique dans la ville voisine.»

Que de turpitudes n’y avait-il pas dans le monde, comme vous voyez!

Mais poursuivons:

«Aujourd’hui, le juge S… a voté pour la municipalité. Ce magistrat ignominieux est abonné à une feuille d’opposition qu’il lit avec frénésie. Au tribunal, il a osé innocenter un paysan qu’on accusait d’outrage et d’insubordination aux autorités pour avoir déclaré, devant témoins, qu’il n’achèterait jamais rien dans la boutique du sieur Pou, kmet de son état! En outre, ce juge a un air pensif, preuve évidente qu’il n’est qu’un scélérat qui ourdit certainement un vaste complot contre le régime. Il faut l’inculper d’outrage à la couronne. De toute manière, il n’est sûrement pas favorable à la dynastie, vu qu’il va boire le café chez le cafetier Mor dont le grand-père était un proche du frère d’élection de Leon, celui-là même qui a provoqué l’incident de Jamb contre le deuxième personnage du régime, au château du grand-père de l’actuel souverain!»

Mais il y avait pire engeance dans ce malheureux pays. Lisez seulement ces lettres de dénonciation:

«Un avocat de Tul défend les intérêts d’un pauvre diable dont le père a été tué l’an dernier. Cet avocat est un buveur de bière patenté et un chasseur invétéré. Pis encore, il a fondé une association de secours aux indigents des environs. Ce déchet, cet impudent prétend que les mouchards à la solde de l’État sont des gens de la pire espèce!»

«Le professeur T… courait aujourd’hui par toute la ville avec une bande de mioches qui ne sont pas de chez nous. Il a volé des poires au marchand de quatre-saisons. Hier, en tirant au lance-pierres sur les pigeons, il a brisé la fenêtre d’un bâtiment public. On aurait encore pu le lui pardonner, mais il va à des réunions politiques, vote aux élections, discute avec ses concitoyens, lit les journaux, fait des commentaires sur l’emprunt d’État, sans parler de tous les autres troubles qu’il fomente au détriment de l’instruction!»

«Les villageois de Var sont en train de construire une nouvelle école; au train où vont les choses, les alentours vont être entièrement contaminés par ce vice. Il faut le plus vite possible mettre un coup d’arrêt à cette tendance ignoble, nuisible aux intérêts de l’État!»

« Les artisans de Var ont ouvert une salle de lecture où ils se réunissent tous les soirs. Cette passion a pris profondément racine, particulièrement chez les jeunes. Quant aux aînés, ils sont d’avis qu’il faut fonder, en plus de la bibliothèque, une caisse de retraite des artisans. C’est intolérable! Cela pousse au crime tous les honnêtes gens de la région qui, eux, ne passent pas leur temps à injurier les ministres!… L’un des artisans va même jusqu’à exiger la division du travail!… Abominables passions!…»

«Les paysans de Pado réclament l’autonomie de la commune!»

«Les habitants de Troja veulent des élections libres.»

«De nombreux fonctionnaires locaux font consciencieusement leur travail; l’un d’eux joue même de la flûte et connaît le solfège!»

«L’employé aux écritures Miron danse avec fièvre lors des réjouissances; il grignote des graines de potiron en sirotant sa bière. Il faut le révoquer pour qu’il guérisse de ces passions.»

«En achetant des fleurs tous les matins, l’institutrice Hela soumet son entourage à la tentation. C’est inadmissible, elle va corrompre la jeunesse.»

Énumérer toutes les ignobles passions de ce peuple dévoyé, est-ce bien nécessaire? Disons simplement, et cela suffira, qu’il n’y avait dans tout le pays qu’une dizaine de braves gens; les autres, hommes et femmes, jeunes et vieux, tous étaient, selon l’expression consacrée, pourris jusqu’à l’os.

Et cette dizaine d’honnêtes citoyens, à votre avis, comment supportaient-ils la situation dans ce pays à la dérive? Mal très mal… Pour eux, le plus atroce était d’avoir à contempler la déchéance de leur propre pays, qu’ils aimaient d’un amour ardent. Ils n’en dormaient plus de la journée ni de la nuit tant ils se faisaient du souci: comment remettre dans le droit chemin leurs concitoyens égarés, comment sauver le pays de la décadence?

Brûlant de patriotisme, pétris de vertus, débordant de noblesse, ils étaient prêts aux plus grands sacrifices pour le bonheur de la patrie. Et un jour, en effet, ils firent preuve d’un dévouement héroïque: s’inclinant devant la cruelle loi du destin, qui leur adjugeait ce lourd fardeau, ils acceptèrent de devenir ministres, de prendre sur eux l’auguste tâche de purger le pays de ses péchés et de ses passions.

Tout instruits qu’ils fussent, mener à bien une entreprise aussi ardue n’alla pas sans difficultés.

Finalement, une idée passa par la tête de celui qui était le plus bête — ce qui, chez eux, voulait dire qu’il avait le plus d’esprit: il fallait convoquer l’Assemblée nationale, mais seuls des étrangers devraient y siéger. Tout le monde accepta cette merveilleuse idée. On embaucha, aux frais de l’État, deux cents étrangers. On en captura deux cents autres, un par un, parmi marchands et négociants qui se trouvaient par hasard dans le pays pour affaires. Ils eurent beau résister et se débattre, la raison du plus fort s’avéra la meilleure.

C’est ainsi que quatre cents étrangers furent présentés à la députation; ils seraient l’expression même des aspirations nationales et statueraient sur toutes sortes de problèmes pour le plus grand bien du pays.

Aussitôt après qu’on se fut acquitté de cette tâche et qu’on eut trouvé et désigné le nombre suffisant de représentants du peuple, on organisa des élections législatives. N’y voyez rien de bizarre: telle était la coutume dans ce pays.

La session de l’Assemblée s’ouvrit. Délibérations, discours, débats… Il y avait du pain sur la planche. Tout se passa vite et bien jusqu’à ce qu’on en vînt aux passions. Là, on tomba sur un os. Quelqu’un finit par proposer de voter un texte qui abolirait toutes les passions dans le pays.

Un tonnerre d’exclamations enthousiastes résonna dans toute la Chambre:

— Vive l’orateur! Vivat!

Transportés, les députés acceptèrent la proposition et adoptè-rent la résolution suivante:

«Constatant que les passions entravent le progrès de la nation, les représentants du peuple sont amenés à voter ce nouvel article de loi:

«À dater de ce jour, les passions n’ont plus cours; nuisibles au peuple et nocives pour le pays, elles sont définitivement abolies.»

À peine cinq minutes après la promulgation de la loi sur l’abolition des passions, qui n’était encore connue que des seuls députés, il se passait déjà toutes sortes de bizarreries aux quatre coins du pays.

Voyez plutôt ce témoignage, dont je vais vous citer — en traduction — quelques pages.

Les voici mot pour mot:

«… Je fumais comme un sapeur. Dès le réveil, il me fallait tout de suite une cigarette. Un jour, au saut du lit, j’ai pris mon pot à tabac pour m’en rouler une comme chaque matin. J’ai commencé à me sentir mal à l’aise (à cet instant, le député était en train de soumettre sa proposition). Subitement, ma main s’est mise à trembler et la cigarette est tombée; j’ai craché dessus avec dégoût… “J’arrête de fumer” ai-je alors pensé. Le tabac me faisait vomir, rien que d’en voir j’en avais la nausée. Qu’est-ce qui avait bien pu se passer tout à coup? Bizarre… Je suis sorti dans la cour. Et là, je n’ai pas été déçu par le spectacle! Mon voisin, un ivrogne patenté qui ne tenait pas trois minutes sans boire de vin, était là devant la porte à se gratter la tête, point soûl, pour une fois fort convenable.

Le commis, qui venait d’apporter du vin, lui a tendu la bouteille, comme d’habitude.

L’autre l’a violemment jetée par terre; elle a éclaté en mille morceaux. À la vue du vin répandu, le voisin a crié écœuré:

— Pouah! Quelle horreur!

Après un long silence, il a demandé gentiment qu’on lui apporte de l’eau.

Après s’en être servi une bonne rasade, il est parti travailler.

Sa femme en pleurait de joie. Son mari s’était amendé en un clin d’œil!

Mon autre voisin, qui lisait toujours la presse avec avidité, était assis à sa fenêtre; lui aussi semblait vaguement transfiguré et avait l’air bizarre.

Je lui ai demandé:

— Vous avez reçu les journaux?

Q m’a répondu:

— C’est terminé pour moi, ça me dégoûte! Pour ma prochaine lecture, j’hésite entre un manuel d’archéologie et une grammaire grecque!…

Passant mon chemin, je suis sorti dans la rue.

Le bourg tout entier était transfiguré. Un politicien invétéré, qui s’acheminait vers une réunion politique, a fait demi-tour subitement; il s’est mis à courir, comme s’il était poursuivi par quelqu’un.

Quelle mouche l’avait piqué? Pourquoi s’en retournait-il sans crier gare? Comme je lui posais la question, il m’a dit:

— Je venais juste de partir à la réunion quand tout à coup; ça m’a traversé l’esprit: je ferais mieux de rentrer à la maison, de me procurer un ouvrage sur l’agriculture ou l’industrie nationale, de le lire, de me perfectionner. Qu’est-ce que j’irais bien faire à cette réunion?

Sur ce, le politicien a couru chez lui se plonger dans l’étude des travaux des champs.

Toutes ces choses qui arrivaient si subitement… Je n’en revenais pas. Rentré chez moi, je me suis mis à compulser mon manuel de psychologie. Je voulais lire le passage sur les passions.

A la page “Passions”, justement, il ne restait que le titre, tout le reste s’était décoloré! Comme s’il n’y avait jamais rien eu d’écrit sur la page!

— Ça alors! Sapristi! comment est-ce possible?

Dans toute la ville, impossible de trouver où que ce soit le moindre vice, la moindre passion; même le bétail était devenu intelligent!

Le surlendemain, les journaux annonçaient la mesure d’abolition prise par le parlement.

— Ah, ah! c’était donc ça! On est tous là à se demander ce qui nous arrive et en fait, c’est très simple: l’Assemblée nationale a aboli les passions!»

Ce témoignage éclaire parfaitement les événements bizarres qui survenaient dans le pays au moment même où les députés votaient l’abolition.

La nouvelle loi fut bientôt connue de tout un chacun; aussi cessa-t-on de trouver bizarre l’extinction subite des passions. Les maîtres d’école enseignaient à leurs élèves:

«Autrefois, l’âme des hommes était habitée par les passions. C’était l’une des branches les plus compliquées et les plus difficiles de la psychologie. Mais elles furent abolies par une résolution de l’Assemblée, de sorte que cette branche de la psychologie n’existe plus, et l’âme des hommes est désormais exempte de passions. L’abolition fut prononcée le…»

— Ouf! ça fait toujours ça de moins à apprendre! chuchotaient les élèves.

Ils étaient bien contents de la décision prise par l’Assemblée, car pour le cours suivant il leur fallait juste savoir par cœur:

«À la date du…, une résolution de l’Assemblée nationale a aboli toutes les passions, qui n’existent donc plus parmi les hommes!…»

Il leur suffisait de débiter ce passage sans aucune faute pour obtenir la meilleure note.

Voilà donc comment ce peuple échappa subitement à l’empire des passions et s’amenda. Il serait même devenu, paraît-il, un peuple d’anges!

 

Source: Domanović, Radoje, Au fer rouge, Non lieu, Paris, 2008 (traduit par Ch. Chalhoub).

Servilie (12/12)

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Il aurait fallu que l’infortuné nouveau gouvernement réfléchisse sans attendre; or, les ministres de Servilie n’avaient guère d’expérience en la matière. Il faut reconnaître que leur attitude fut héroïque et fière pendant quelques jours, tant qu’il subsista quelques sous dans les caisses de l’État; au cours de la journée, gais et sereins, ils recevaient d’innombrables délégations des masses populaires et tenaient des discours émouvants sur l’avenir radieux de leur chère Servilie qui avait tant souffert; la nuit tombée, on buvait, chantait et portait des toasts patriotiques lors de flamboyants et fastueux banquets. Mais quand les caisses de l’État curent été complètement vidées, messieurs les ministres se mirent sérieusement à réfléchir et à se concerter sur ce qu’il convenait d’entreprendre dans une situation si désespérée. Certes, concernant les fonctionnaires, c’était facile, ils étaient déjà habitués à ne pas recevoir de salaire pendant des mois; les retraités étaient vieux, ils avaient survécu assez longtemps; les soldats, cela tombe sous le sens, devaient s’aguerrir aux épreuves et aux fléaux, il n’était donc pas malvenu qu’ils endurent stoïquement la faim; aux fournisseurs, aux entrepreneurs, à tous les autres braves citoyens de l’heureuse Servilie, on pouvait toujours dire que le montant de leurs créances n’avait pu être inscrit au budget de l’État cette année-là. Mais ce n’était pas facile pour les ministres qui, eux, étaient bien obligés de payer s’ils voulaient avoir bonne réputation et bonne presse. Ce n’était pas facile non plus pour une foule d’autres choses prioritaires, et il y en avait, qui passaient bien avant l’intérêt du pays.

Les ministres se donnèrent bien du tracas; l’idée leur vint qu’il fallait relancer l’économie, raison pour laquelle ils décidèrent d’endetter substantiellement le pays; mais contracter cet emprunt impliquait des dépenses non négligeables pour les séances de l’Assemblée et les voyages ministériels à l’étranger, aussi résolurent-ils, pour couvrir ces frais, de retirer des caisses de l’État toutes les sommes que les personnes privées y avaient déposées; ainsi viendraient-ils en aide à la patrie, qui gémissait dans la misère.

La confusion gagna tout le pays: certains journaux parlaient de crise ministérielle, d’autres prétendaient que le gouvernement avait déjà achevé favorablement la négociation du prêt, d’autres encore disaient et l’un et l’autre; quant aux gazettes du pouvoir, elles écrivaient que jamais le pays n’avait été aussi prospère.

On se mit à disserter tant et plus de l’emprunt salvateur; on en débattait à longueur de colonnes dans les journaux. De tous côtés, on se passionna pour cette affaire; il s’en fallut de peu qu’on n’en vînt à cesser complètement toute activité. Commerçants, négociants, fonctionnaires, retraités, hommes d’Église, tous se consumaient dans une attente fiévreuse. De toutes parts et en tous lieux, on ne faisait qu’épiloguer, poser mille questions, se perdre en conjectures sur le sujet.

Les ministres couraient aux quatre coins du pays, ici c’était l’un, là c’était l’autre, ailleurs il en venait deux ou trois ensemble. L’Assemblée, qui tenait séance, débattait et délibérait elle aussi; finalement, les députés donnèrent leur accord pour que le prêt fut conclu à n’importe quel prix et rentrèrent chacun chez soi, tandis qu’une insatiable curiosité dévorait l’opinion publique.

Si deux amis se croisaient dans la rue, aussitôt, sans même se dire bonjour:

— Ça en est où, cet emprunt?

— Je ne sais pas!

— Ils négocient?

— Pour sûr!

Les membres du cabinet multipliaient toujours plus les déplacements dans les pays étrangers.

— Le ministre est rentré?

— C’est ce que j’ai entendu.

— Qu’est-ce que ça a donné?

— Quelque chose d’avantageux, je suppose!

Jusqu’au jour où, enfin, les gazettes du pouvoir (le gouvernement avait toujours un certain nombre de journaux, plus exactement un — ou deux — par ministre) annonça que le cabinet avait mené à leur terme les négociations engagées avec un consortium étranger et que les résultats en étaient très avantageux.

«Nous sommes en état de confirmer, de source sûre, que le prêt doit être signé d’un jour à l’autre et les fonds transférés dans le pays.»

Les gens se calmèrent quelque peu; sur ce, les journaux du gouvernement firent savoir que le fondé de pouvoir du consortium bancaire, M. Horije, viendrait dans les deux ou trois jours en Servilie, où il signerait le contrat.

Tout le monde se mit alors à ferrailler, en paroles et par écrit; on se posait mille questions, on s’impatientait, on s’énervait, à l’aflut de la moindre nouvelle, on misait tout son espoir sur ce seul étranger, dont on comptait bien qu’il sauverait le pays; l’excitation était à son comble.

On ne parlait plus de rien d’autre, on ne pensait plus à rien d’autre qu’au fameux Horije. Quand le bruit courut qu’il était arrivé et qu’on apprit où il logeait, une foule de curieux, hommes et femmes, jeunes et vieux, se rua à son hôtel, s’y précipitant avec une telle frénésie que les plus vieux et les moins costauds furent piétinés et tout contusionnés.

Par hasard, un étranger, un simple voyageur, passa dans la rue; aussitôt, un quidam en apostropha un autre:

— Tiens, tiens! un étranger! dit-il avec des mimiques et un regard entendus qui signifiaient: «Ça ne serait pas Horije?»

— Ça ne serait pas lui? répondit l’autre.

— Hm, c’est bien ce qu’il me semble.

Ayant observé l’étranger sous toutes les coutures, ils en vinrent à la conclusion que c’était bien lui. Ils racontèrent ensuite à qui voulait les entendre qu’ils avaient vu Horije; la nouvelle s’ébruita et se propagea si vite dans toutes les couches de la société qu’à peine une ou deux heures plus tard, toute la ville affirmait avec certitude qu’il était là, que des gens l’avaient personnellement vu et lui avaient parlé. La police s’affaira confusément dans tous les coins, les ministres affolés couraient dans tous les sens pour le trouver et lui présenter leurs respects.

On ne le trouva pas.

Le lendemain, les journaux démentirent la nouvelle, diffusée la veille, de l’arrivée de Horije.

L’anecdote suivante révèle les proportions que prirent les événements.

Un jour, je me rendis à la gare fluviale; un navire étranger était en train d’accoster.

Une fois la manœuvre terminée, les passagers commencèrent à débarquer. Je bavardais avec l’une de mes connaissances lorsque, subitement, une multitude de gens confluèrent vers le bateau avec une telle violence qu’ils faillirent me flanquer par terre.

— Que se passe-t-il?

— C’est qui? se demandaient-ils les uns aux autres.

— C’est lui! se répondaient-ils.

— Horije ?

— Oui, il est arrivé!

— Où ça? Où ça? murmurait la foule.

On se poussait, on se bousculait, on tendait le cou, on écarquillait les yeux, on se chamaillait; chacun voulait s’approcher le plus près possible.

Effectivement, je repérai un étranger qui suppliait, implorait qu’on le laissât car il avait à faire de toute urgence. C’est tout juste s’il pouvait parler, gémir plus exactement, pressé et écrasé qu’il était par la masse des curieux.

La police comprit aussitôt en quoi consistait son véritable devoir et courut annoncer l’arrivée de l’étranger au président du Conseil, aux membres du gouvernement, au maire, au chef de l’Église et aux autres hauts dignitaires du pays.

Peu après, des voix s’élevèrent dans la foule:

— Les ministres! Les ministres!

Et en effet ils firent leur apparition, accompagnés des hauts dignitaires de Servilie au grand complet. Chacun arborait sa tenue de cérémonie et, dans son intégralité, son fourniment d’écharpes et de médailles (dans les circonstances ordinaires, on ne portait pas toutes ses décorations mais seulement quelques-unes). La foule se scinda en deux, laissant l’étranger seul au milieu, tandis que du côté opposé arrivaient les ministres, marchant à sa rencontre.

S’arrêtant à distance respectueuse, ils se découvrirent et s’inclinèrent jusqu’à terre. La multitude en fit autant. Quant à lui, il avait l’air hagard, effaré, et en même temps passablement surpris; pourtant il ne bougeait pas, il restait debout, immobile, telle une statue. Le président du Conseil s’avança d’un pas et commença:

— Honorable étranger! L’histoire marquera d’une pierre blanche le jour de ta venue dans notre pays car cette venue mémorable fait date dans notre vie publique, ta venue apporte un avenir radieux à notre chère Servilie. Au nom du gouvernement tout entier et du peuple tout entier, je salue en toi notre sauveur et je t’acclame: vivat!

Les «Vivat! Vivat!» lancés par des milliers de gorges déchirèrent l’atmosphère.

À la suite de quoi, le chef de l’Église entonna des cantiques et les cloches carillonnèrent dans tous les clochers de la capitale du beau pays de Servilie.

Quand cette partie de la réception officielle fut à son tour terminée, les ministres, le sourire obligeant et le geste obséquieux, s’approchèrent de l’étranger pour lui serrer la main à tour de rôle; l’assistance recula d’un pas et resta là, le couvre-chef à la main et la tète baissée; le président du Conseil se chargea de sa valise qu’il prit avec vénération dans ses bras; le ministre des finances empoigna la canne de l’illustre étranger. Ils tenaient ces objets comme si c’étaient des reliques. La valise, il faut bien le dire, en était une, car s’y trouvait certainement le fatidique contrat; plus exactement, ne s’y trouvait ni plus ni moins que l’avenir, l’avenir radieux de tout un pays. C’est pourquoi le président du Conseil, conscient de son geste, avait un air altier, solennel, transfiguré, car c’était l’avenir de la Servilie qu’il tenait entre ses mains. Le chef de l’Église, en homme gratifié par Dieu d’une belle âme et d’un grand esprit, avait lui aussi tout de suite saisi l’importance de ladite valise: sous sa houlette, tous les dignitaires religieux firent cercle autour du président et ils entonnèrent des cantiques.

Le cortège s’ébranla. Lui et le ministre des finances venaient en tête, suivis de la valise qu’étreignait le président du Conseil, elle-même entourée par les hauts dignitaires de l’Église et escortée par le peuple nu-tête. On marchait lentement, avec cérémonial, pas à pas; les cantiques résonnaient, les cloches sonnaient, les canons tonnaient. On s’acheminait sans hâte, par la rue principale, vers la résidence du président du Conseil. Tout le monde avait déserté maisons, cafés, églises, bureaux; tout le monde était sorti participer à l’accueil historique de l’illustre étranger. Jusqu’aux malades étaient fidèles au poste; on leur avait fait quitter la chambre afin qu’ils vissent cette célébration exceptionnelle et on avait même transporté les invalides sur des civières; leurs maux s’atténuèrent subitement: penser au bonheur de leur chère patrie les soulageait. Les nourrissons encore au sein ne manquaient pas non plus à l’appel; sans pleurer, ils braquaient sur l’honorable étranger leurs yeux minuscules, comme s’ils sentaient que l’heureux destin qui s’annonçait était en fait le leur.

Le temps que le cortège arrivât chez le président du Conseil, le soir était déjà tombé. Ils portèrent l’étranger à l’intérieur de la maison plutôt qu’ils ne l’y firent entrer, tous les ministres et hauts dignitaires entrèrent à leur tour, et la foule resta dehors à scruter les fenêtres avec avidité ou, tout bonnement, à fixer la façade d’un air ahuri.

Le lendemain, les premières délégations des masses populaires vinrent saluer l’illustre visiteur. Dès l’aube, des charrettes remplies à ras bord de décorations en tout genre étaient arrivées en grinçant devant la résidence du président du Conseil, à l’intention de l’honorable étranger.

Celui-ci, inutile de le préciser, fut immédiatement désigné président d’honneur du ministère, du conseil municipal, de l’Académie des sciences, de toutes les œuvres de charité et autres associations philanthropiques de Servilie, et il y en avait pléthore — il y avait même une association pour la fondation d’associations. Toutes les villes l’élurent citoyen d’honneur, tous les corps de métier le proclamèrent membre bienfaiteur, et un régiment de l’armée se baptisa «Formidable régiment Horije» en son honneur.

Tous les journaux lui consacrèrent de longs articles, beaucoup publièrent sa photographie. Pour marquer dignement ce grand jour, on accorda à maints fonctionnaires une promotion et à maints policiers, en plus d’une promotion, une décoration; on créa maints services administratifs supplémentaires; on embaucha des fonctionnaires supplémentaires.

La ville entière baigna dans une liesse effrénée pendant deux jours. Fanfare, carillons, coups de canon, chants tonitruants, boisson coulant à flots.

Le troisième jour, malgré la gueule de bois que leur avaient laissée les réjouissances, les ministres durent sacrifier le repos du corps au bonheur de la nation: ils se réunirent en séance plénière pour achever les négociations sur l’emprunt et signer ce contrat historique avec Horije.

En guise d’entrée en matière, ils commencèrent par des questions d’ordre privé. (J’ai oublié de signaler que, pendant les réjouissances, la valise était restée sous bonne garde.)

— Vous avez l’intention de rester longtemps chez nous? demanda le président du Conseil à l’illustre étranger.

— Jusqu’à ce que mon affaire soit réglée, et ça va prendre du temps!

L’expression prendre du temps inquiéta les ministres.

— Vous pensez que cela prendra du temps?

— Certainement. C’est le métier qui veut ça.

— Nous connaissons vos conditions et vous les nôtres, je crois donc qu’il n’y aura pas la moindre difficulté! avança le I ministre des finances.

— Difficulté? dit l’étranger avec appréhension.

— Oui, je crois qu’il n’y en aura pas!

— J’espère bien!

— Alors nous pouvons tout de suite signer le contrat! dit le président du Conseil.

— Le contrat?

— Oui!

— Il est déjà signé; et je vais me mettre en route dès demain; mais, avant toute chose, je tiens à vous exprimer ma gratitude éternelle pour un pareil accueil. À franchement parler, je suis un peu secoué, je ne mesure pas encore tout à fait ce qui m’arrive. Du reste, c’est la première fois que je me trouve dans ce pays, et je n’aurais jamais imaginé, même en rêve, qu’un inconnu comme moi puisse être aussi bienvenu quelque part. Il me semble que je rêve encore.

— Donc, vous avez signé le contrat? s’écrièrent en chœur tous les ministres, transportés.

— Le voilà! dit l’étranger.

Il tira de sa poche une feuille de papier qu’il se mit à lire dans sa langue. C’était un contrat qu’il avait passé avec un négociant en prunes de la Servilie profonde, aux termes duquel celui-ci s’engageait à lui fournir telle quantité de prunes à confiture d’ici à telle date…

Qu’est-ce qu’un pays civilisé et sensé comme la Servilie pouvait faire d’autre que chasser secrètement cet étranger, signataire d’un contrat d’une telle stupidité? Trois jours plus tard, les journaux gouvernementaux faisaient paraître un entrefilet:

«Le gouvernement travaille énergiquement à la conclusion d’un nouvel emprunt, et tout indique qu’une partie des fonds nous sera versée dès avant la fin du mois.»

Les gens s’enquirent un peu de Horije, puis cessèrent de le faire, puis tout redevint comme d’habitude.

À bien réfléchir à ce dernier épisode, j’étais décidément séduit par l’harmonie générale qui régnait en Servilie. Non seulement les ministres y étaient sympathiques et capables, mais le chef de l’Église, ceci ne m’avait pas échappé, y était un homme d’esprit, non dénué d’à-propos. Au bon moment, c’est-à-dire au moment fatidique où se jouait le destin du pays, n’avait-il pas eu la présence d’esprit d’entonner des cantiques au-dessus de la valise de ce confiturier, et par là même de contribuer puissamment aux prouesses d’un gouvernement qui ne rechignait pas à la besogne? Œuvrer dans une telle concorde, c’était sûrement un vrai bonheur.

Je décidai aussitôt de me rendre à la première occasion auprès du révérend père pour faire plus ample connaissance avec ce Servilien d’exception.

(fin)

 

Source: Domanović, Radoje, Au fer rouge, Non lieu, Paris, 2008 (traduit par Ch. Chalhoub).

Servilie (11/12)

(page précédente)

Le lendemain, j’appris la chute du gouvernement. Dans les rues, les cafés, les habitations, partout résonnèrent des chants joyeux. Déjà, des délégations de tous les coins de Servilie venaient, au nom du peuple, saluer le nouveau cabinet. Les journaux débordaient de télégrammes de félicitations et autres serments d’allégeance émanant des fidèles citoyens. Tous ces messages étaient pratiquement identiques, seuls noms et signatures différaient. En voici un exemple:

«À l’attention de Monsieur Président du Conseil

«Monsieur le Président,

«Votre patriotisme et vos grandes œuvres en faveur de notre chère patrie sont connus à travers toute la Servilie. Votre arrivée à la direction du pays plonge le peuple de notre région dans la joie et l’allégresse, car chacun est fermement convaincu que vous seul, avec l’aide de vos amis, êtes en mesure de sortir notre pays de cette pénible et difficile conjoncture, de cette misère dans laquelle l’a jeté le travail déplorable et antinational de vos prédécesseurs.

«C’est avec des larmes de joie que nous vous acclamons: Vivat!

«Au nom de cinq cent signataires.

«(signature d’un commerçant)»

Les serments d’allégeance ressemblaient le plus souvent à celui-ci:

«Jusqu’à ce jour, j’ai été loyal à l’ancien régime, mais comme l’arrivée du nouveau cabinet m’a apporté aujourd’hui la certitude absolue que le gouvernement précédent agissait au détriment du pays, et comme ce nouveau cabinet est seul en mesure de remettre le pays sur la bonne voie et de réaliser les grands idéaux nationaux, je fais le serment de soutenir de toutes mes forces, à partir d’aujourd’hui, le gouvernement actuel et de dénoncer, partout et en toutes circonstances, le régime mal famé qui l’a précédé, et qui donne envie de vomir à tous les honnêtes gens de ce pays.»

«(signature)»

Dans ces mêmes journaux, qui jusqu’alors ne tarissaient pas d’éloges sur la moindre initiative de l’administration précédente, je lisais maintenant des articles qui la vouaient aux gémonies et portaient aux nues la nouvelle.

En passant en revue les numéros parus depuis le début de l’année, je constatai que, à chaque fois qu’une nouvelle équipe arrivait au pouvoir, tout se répétait exactement à l’identique. À chaque fois, on saluait le nouveau gouvernement comme le seul à valoir quelque chose, et on accablait l’ancien, qu’on traitait de cabinet félon, scélérat, nuisible, maléfique, abject.

Les mêmes personnes envoyaient à l’identique les mêmes compliments, les mêmes proclamations de loyauté à chaque nouveau cabinet, et c’étaient toujours les mêmes gens qui constituaient les délégations.

Les fonctionnaires mettaient une diligence particulière à jurer fidélité au nouveau gouvernement, exception faite de ceux qui osaient risquer de perdre leur poste en prenant une attitude adverse. Ces fonctionnaires-là n’étaient guère nombreux et l’opinion publique en pensait pis que pendre, car ils souillaient une noble tradition, existant en Servilie depuis longtemps déjà.

J’eus une conversation avec un brave fonctionnaire à propos de l’un de ses collègues qui n’avait pas voulu féliciter le nouveau gouvernement de son arrivée à la tête du pays, et qui pour cette raison avait été rayé des cadres de administration.

— Il a l’air de quelqu’un de sensé, dis-je.

— Un crétin! répondit l’autre froidement.

— Je n’irais pas jusque là!

— Ah! je vous en prie, ne me parlez pas de cet énergumène. Il préfère crever de faim avec toute sa famille, au lieu d’avoir un peu de jugeote et de s’occuper de ses oignons, comme tout le monde.

Et tout le monde, justement, partageait cet avis sur les récalcitrants, qu’on regardait certes avec pitié, mais aussi avec mépris.

Comme le nouveau gouvernement avait des affaires pressantes à traiter, il était urgent que le peuple, à travers ses représentants élus, lui exprimât sa totale confiance, mais qu’en même temps il condamnât le travail des anciens ministres et de la Chambre précédente. Il fut donc décidé de maintenir les députés dans leurs fonctions.

Cela m’étonna au plus haut point, aussi allai-je trouver l’un d’eux pour m’en entretenir avec lui:

— Le cabinet va sans doute tomber, puisque l’Assemblée reste la même? lui demandai-je.

— Il ne tombera pas.

— Bon, d’accord, mais comment le gouvernement aura-t-il la confiance de cette Assemblée?

— Nous la voterons!

— Vous seriez alors obligés de désavouer l’ancienne administration, et par conséquent de renier votre propre travail!

— Notre propre travail? Lequel?

— Celui que vous avez fait sous l’ancienne administration!

— Nous allons désapprouver l’ancienne administration!

— Bon, d’accord, mais comment pouvez-vous le faire, vous, les mêmes députés, alors que vous l’avez soutenue jusqu’à hier?

— Ça ne change rien.

— Je n’y comprends rien!

— Ce n’est pourtant pas compliqué! dit-il, imperturbable.

— C’est étrange!

—Je ne vois pas ce qu’il y a d’étrange. Il faudra bien que quelqu’un le fasse, que ce soit nous ou d’autres députés. Ce n’est qu’une formalité, dont le gouvernement a besoin. Le vote du parlement est d’ailleurs un principe que nous avons emprunté aux pays étrangers, sauf que chez nous, la représentation nationale ne fait que ce que le gouvernement veut qu’elle fasse.

— Mais alors, à quoi bon une assemblée élue?

— Je me tue à vous le répéter, c’est juste pour la forme, pour qu’on puisse dire que, chez nous aussi, il y a une assemblée. Il faut bien que le régime ait l’air d’être parlementaire.

— Ah! J’ai enfin compris! dis-je, confondu par cette étonnante réponse.

Les députés montrèrent effectivement qu’ils savaient apprécier leur patrie: pour elle, ils abdiquèrent tout amour-propre et toute dignité.

— Nos ancêtres ont fait le sacrifice de leur vie pour ce pays, mais nous, nous en sommes encore à tergiverser sur le simple sacrifice de notre honneur! s’exclama l’un des élus.

— Bien dit! Bien dit! cria-t-on de tous les côtés.

Les travaux de l’Assemblée furent rondement menés.

On commença par voter la confiance au nouveau gouvernement et condamner ce qu’avait réalisé l’ancien, à la suite de quoi le cabinet proposa à la représentation populaire de réviser quelques lois.

Cette suggestion fut acceptée à l’unanimité et les amendements adoptés; à moins d’être modifiées et complétées, ces lois empêchaient en effet un certain nombre de parents et amis de messieurs les ministres d’obtenir des postes élevés dans l’administration.

Pour finir, on accorda un blanc-seing au gouvernement pour toutes les dépenses non inscrites au budget qu’il serait amené à engager. La session parlementaire fut alors suspendue et les députés, fatigués d’avoir œuvré au service de l’État, rentrèrent chez eux se reposer; quant aux membres du cabinet, ayant franchi tous les obstacles avec succès, satisfaits de la totale confiance dont le peuple les gratifiait, ils organisèrent des agapes fraternelles afin de se remettre eux aussi, en trinquant gaiement, des écrasants soucis que leur causait la bonne marche du pays.

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Servilie (10/12)

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Après avoir fait la tournée de tous les ministères, je décidai de poursuivre avec la Chambre des représentants du peuple, laquelle était ainsi qualifiée en vertu d’une habitude dépassée, car en réalité c’était le ministre de la police qui nommait les députés. À chaque changement de gouvernement, on convoquait immédiatement de nouvelles élections, ce qui veut dire qu’il y en avait au moins une fois par mois. Le terme élection signifiait en l’espèce désignation des députés et remontait à l’époque de la société patriarcale, quand le peuple, en plus de ses autres malheurs, avait aussi la fastidieuse obligation de réfléchir et de s’occuper lui-même de choisir ses représentants. Autrefois, on avait bien voté de cette manière primitive, mais la Servilie moderne et civilisée avait simplifié cette procédure idiote qui faisait perdre inutilement son temps. Le ministre de la police, déchargeant la population de ses soucis, choisissait à sa place et nommait les députés; les gens ne gaspillaient plus leurs journées, ne se préoccupaient plus de rien et n’avaient plus à penser. En vertu de quoi, il était naturel de parler d’élections libres.

Les représentants du peuple ainsi élus se réunissaient dans la capitale de Servilie pour délibérer et statuer sur les diverses questions intéressant le pays. Le gouvernement — n’importe lequel, pour peu qu’il fût patriotique, évidemment — faisait en sorte, là aussi, que les débats fussent menés de façon intelligente et moderne. Il endossait, là encore, toutes les responsabilités. Une fois réunis, avant de démarrer leurs travaux, les députés étaient obligés de passer quelques jours dans une classe préparatoire qu’on appelait club. Ils s’y entraînaient à jouer leur rôle du mieux possible.

Tout cela ressemblait aux répétitions d’une pièce de théâtre.

Le gouvernement écrivait lui-même la partition que les représentants du peuple devaient interpréter à l’Assemblée nationale. Le président du club, tel un metteur en scène, était prié de connaître l’œuvre sur le bout des doigts et d’en distribuer les rôles aux élus pour chaque séance publique — en fonction de leurs capacités, naturellement. Il confiait à certains de longs discours, à d’autres de plus courts, aux débutants d’encore plus succincts, et les répliques de quelques-uns se limitaient à un seul mot, «pour» ou «contre». (Ce dernier cas était rarissime et ne se produisait que s’il était prévu de respecter pour une fois la procédure de vote et de compter le nombre de voix pour déterminer quel parti l’avait emporté; mais en réalité, le résultat était décidé bien avant la séance de la Chambre.) Ceux qui étaient inutilisables dans cette distribution jouaient des personnages muets, pour le cas où on devrait voter par assis et debout. Une fois la répartition des rôles bouclée, les députés rentraient chez eux pour se préparer à la séance publique. Je fus époustouflé quand je les vis pour la première fois apprendre leur texte.

Je m’étais levé de bon matin pour aller me promener au parc. Il y avait là une foule d’élèves, petits écoliers du primaire et jeunes garçons du secondaire. Certains déambulaient de long en large en lisant leurs leçons à haute voix: qui son histoire, qui sa chimie, qui son catéchisme, etc. D’autres, deux par deux, se faisaient passer des colles sur ce qu’ils avaient appris. Tout d’un coup, j’aperçus parmi les enfants quelques individus d’âge respectable qui, assis ou marchant eux aussi de long en large, apprenaient quelque chose le nez plongé dans des papiers. Je m’approchai d’un vieil homme en costume national et tendis l’oreille; il relisait sans cesse la même phrase :

— Messieurs les députés, à l’occasion de la discussion de cet important projet de loi, et après l’excellent discours de mon honorable collègue T… M…, dans lequel sont exposés le caractère majeur et les aspects positifs d’une telle législation, je suis amené moi aussi à dire quelques mots qui, justement, complètent dans une certaine mesure l’avis de mon distingué prédécesseur à cette tribune.

Il lut cette réplique plus de dix fois, après quoi il mit son feuillet de côté, releva la tête, ferma à demi les yeux et commença de mémoire:

— Messieurs les députés, apres mon honorable collègue dans lequel est…

Là-dessus, il s’interrompit, fronça les sourcils, garda longuement le silence, tentant de se souvenir, pour finalement reprendre ses feuilles et relire à haute voix la même phrase. Il essaya alors de nouveau de la réciter par cœur, mais sans succès, il se trompa encore. Il eut beau réitérer cette procédure à plusieurs reprises, le résultat ne fit qu’empirer. Le vieux bonhomme poussa un gros soupir et, agacé, repoussa ses papiers; sa tête s’affaissa sur sa poitrine.

Assis sur un banc en face de lui, son livre refermé entre les mains, un écolier débitait son cours de botanique:

— Cette petite plante bénéfique pousse dans les régions marécageuses. La racine en est couramment utilisée comme médicament…

Le vieux bonhomme leva la tête. Quand l’enfant eut fini de réciter, il lui demanda:

— Tu as appris ta leçon jusqu’au bout?

— Oui, jusqu’au bout.

— Puisses-tu rester en pleine santé, petit! Profites-en, tant qu’on est jeune on a de la mémoire, mais quand tu auras mon âge — plus rien!

Je n’arrivais pas du tout à m’expliquer ce que faisaient toutes ces têtes chenues au milieu des enfants, et encore moins ce qu’elles pouvaient bien apprendre. Quelle sorte d’école y avait-il donc en Servilie?

Incapable d’élucider tout seul ce mystère mais dévoré de curiosité, je finis par aller trouver le vieux bonhomme; il ressortit de notre conversation qu’il était député et que, au club, on lui avait assigné un discours, dont il rabâchait peu auparavant la première phrase…

Une fois les leçons apprises venaient les colles, après quoi se tenaient les répétitions. J’eus la chance d’assister à l’une d’elles.

Arrivés au club, chacun des députés prit sa place. Le président du club, entouré des deux vice-présidents, était assis à une table particulière. À côté se trouvait celle des membres du gouvernement et, un peu plus loin, celle des secrétaires du club. L’un d’eux fit d’abord l’appel, puis on entama les travaux proprement dits.

— Que tous ceux qui jouent les rôles de l’opposition se lèvent! ordonna le président.

Quelques-uns se mirent debout.

Le secrétaire en compta sept.

— Où est passé le huitième? demanda le président.

Personne ne se manifesta.

Les députés se mirent à regarder à la ronde, l’air de dire: «Ce n’est pas moi; je ne sais pas qui est ce huitième!»

Les sept aussi se retournaient, cherchant des yeux leur huitième collègue, quand l’un d’eux finit par retrouver la mémoire:

— Eh, mais, il doit jouer quelqu’un de l’opposition, lui, là! s’exclama-t-il.

— Pas du tout! Ce sont des calomnies! répondit le susdit furieux mais en baissant les yeux.

— Alors, qui est-ce? lui demanda le président.

— Je ne sais pas.

S’adressant au secrétaire, le président s’enquit:

— Tout le monde est présent?

— Tout le monde.

— Bon sang, il doit bien être là!

Personne ne se manifesta. Les députés, y compris celui qu’on avait dénoncé, recommencèrent à se retourner dans toutes les directions.

— Celui qui joue le huitième, qu’il fasse signe!

Personne ne fit le moindre signe.

— C’est toi! Pourquoi tu ne te lèves pas? dit le président à celui qu’on soupçonnait.

— C’est lui! C’est lui! s’écrièrent les autres.

Ils poussèrent tous un gros soupir de soulagement, comme si on venait de leur ôter des épaules un lourd fardeau.

Je ne peux pas jouer un opposant, gémit désespérément le fautif.

— Comment ça, tu ne peux pas? demanda le président.

— Que quelqu’un d’autre fasse l’opposition.

— Ça n’a aucune importance, n’importe qui fera l’affaire.

— J’aime être du côté du gouvernement.

— Mais voyons, en vérité, tu l’es, du côté du gouvernement; c’est juste pour la forme, il faut bien que quelqu’un représente l’opposition.

— Je ne veux pas représenter l’opposition, je suis pour le gouvernement.

Le président entreprit de s’expliquer avec lui en long, en large et en travers; il ne le convainquit qu’à grand-peine après que l’un des ministres lui eut promis un beau marché où on pouvait gagner gros.

— Ouf, enfin! s’exclama le président, éreinté et tout en nage. Désormais, le compte y est.

Pendant l’explication que lui et le gouvernement avaient eue avec le huitième homme pour le faire — difficilement — fléchir, les sept autres s’étaient rassis.

— Bon, maintenant, que tous ceux de l’opposition se lèvent! dit le président, satisfait, en s’épongeant le front.

Seul le huitième homme se tenait là, debout.

— Mais qu’est-ce que ça veut dire, où sont donc passés les autres? vociféra le président hors de lui.

— Nous sommes dans le camp du gouvernement! grommelèrent les sept premiers.

— C’est vraiment la pénurie, dans cette opposition! s’écria, accablé, le ministre de la police.

Le silence tomba, un silence pesant, écrasant.

Le ministre reprit, cette fois d’un ton furieux:

— Mais vous y êtes, dans le camp du gouvernement!… Si vous n’y étiez pas, je ne vous aurais jamais choisis! Vous trouvez peut-être que c’est à nous, ministres, de jouer les rôles de l’opposition? Ce n’est pas la peine de venir me voir pour les prochaines élections. Dans vos huit circonscriptions, je laisserai le peuple choisir lui-même, au moins aurons-nous une opposition digne de ce nom!

Finalement, après qu’on se fut longuement expliqué et qu’on eut promis à chacun tout et n’importe quoi, les sept autres acceptèrent aussi d’assumer ces rôles ingrats. À l’un, on avait promis un poste, à l’autre, un revenu confortable, et à tous, une gratification pour l’immense service rendu au gouvernement, lequel tenait à ce que l’Assemblée nationale eût l’air tant soit peu authentique.

Après cet heureux épilogue, le principal obstacle étant levé, le président entreprit de faire répéter leurs répliques aux opposants:

— Quel est ton rôle? demanda-t-il au premier.

— Mon rôle est d’interpeller le gouvernement sur le fait qu’on jette les deniers publics par les fenêtres.

— Quelle sera sa réponse?

— Il répondra qu’il est à court d’argent.

— Et toi, qu’as-tu à dire à cela?

— J’ai à dire à cela que je suis entièrement satisfait de la réponse du gouvernement et que je demande aux députés de l’opposition de se rallier à mon avis.

— Tu peux t’asseoir! dit le président, lui aussi satisfait.

— En quoi consiste ton rôle? demanda-t-il au deuxième.

— Je dois interpeller le gouvernement sur le fait que certains fonctionnaires ont obtenu des postes élevés en sautant les échelons, qu’ils touchent chacun plusieurs gros salaires et de nombreuses indemnités, tandis que d’autres, plus compétents et plus anciens dans le service, restent à des positions inférieures, et n’ont pas eu d’avancement depuis de longues années.

— Bien, et que doit répondre à cela le gouvernement?

— Les ministres diront qu’ils n’ont promu sans respecter les échelons que leurs plus proches parents, ainsi que les gens dont leurs amis intimes ont plaidé la cause, et personne d’autre.

— Et toi, qu’est-ce que tu diras?

— Je dirai que je suis entièrement satisfait de la réponse du gouvernement.

Le président demanda au troisième quel était son rôle.

— Je dois attaquer le gouvernement de la manière la plus cinglante sur le fait qu’il contracte un emprunt à des conditions désavantageuses, alors que la situation financière du pays est déjà difficile.

— Que répondra le gouvernement?

— Il répondra qu’il a besoin d’argent.

— Et toi, qu’est-ce que tu diras?

— Je dirai que d’aussi puissants arguments m’ont totalement convaincu, et que je suis satisfait de la réponse.

— Et toi, qu’as-tu à faire? demanda-t-il au quatrième.

— À interpeller le ministre de la guerre sur le fait que l’année meurt de faim.

— Que dira-t-il?

— Elle n’a rien à manger!

— Et toi?

— Je suis entièrement satisfait.

— Assieds-toi.

Il interrogea de meme les membres restants de l’opposition, puis il passa à la majorité parlementaire.

Ceux qui savaient parfaitement leur rôle furent félicités les autres ne furent pas autorisés à se présenter à la séance de I l’Assemblée.

Du fait des circonstances défavorables qui régnaient dans le pays, la représentation nationale fut obligée, lors des premières séances, de procéder à l’examen des points les plus urgents. Le gouvernement, partageant ce sens du devoir, et afin qu’on ne perdît pas son temps en futilités, fit immédiatement inscrire à l’ordre du jour une loi sur l’organisation des forces navales.

Quand j’en entendis parler, je demandai à l’un des députés:

— Vous avez beaucoup de navires de guerre?

— Non.

— Vous en avez combien, en tout?

— Pour l’instant, aucun!

J’en fus interloqué. Il le remarqua, et s’étonna à son tour.

— Qu’est-ce que vous trouvez là de curieux? me demanda-t-il.

— J’ai entendu dire que vous aviez adopté une loi sur…

— Exact, m’interrompit-il, nous l’avons votée; il le fallait, puisque nous n’avions toujours pas de loi sur l’organisation de la flotte.

— La Servilie s’étend donc jusqu’à la mer?

— Pas pour l’instant.

— Mais alors, à quoi bon cette loi?

Cela fit rire le député, qui précisa:

— Il fut un temps, monsieur, où notre pays avait deux frontières maritimes. Or, notre idéal national est de faire de la Servilie ce qu’elle fut autrefois. Nous y travaillons, voyez-vous.

— Ah, mais ça change tout… dis-je sur un ton d’excuse. Je comprends, maintenant; permettez-moi de vous dire que la Servilie deviendra assurément une grande et puissante nation, et qu’elle le restera aussi longtemps qu’elle sera choyée avec un tel dévouement et qu’elle sera dirigée avec autant de discemement et de patriotisme qu’aujourd’hui!

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Servilie (9/12)

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Le ministère de l’instruction publique ne comptait que des savants de haute volée, lesquels allaient toujours scrupuleusement au fond des choses. On savait consacrer quinze voire vingt jours à la note la plus insignifiante, à ratiociner sur son style, à pinailler sur d’infimes points de grammaire, à eigoter sur tous les cas de toutes les déclinaisons, avec ou sans préposition.

Je me livrai à l’examen d’une série de documents.

Un directeur, par exemple, écrivait:

«Monsieur le Ministre de l’Instruction publique,

«Cela fait six mois que les enseignants de ce lycée n’ont pas touché leur salaire, ce qui les a conduits dans une telle misère matérielle qu’ils n’ont même pas de quoi s’acheter du pain. On ne saurait le tolérer plus longtemps, car cela jette le discrédit sur les professeurs et sur l’enseignement même qu’ils dispensent.

«Je prie avec déférence Monsieur le Ministre de bien vouloir intervenir au plus vite auprès de Monsieur le Ministre des Finances afin que ce dernier donne les ordres nécessaires pour qu’on nous verse au moins trois mois de salaire.»

Au dos du document plié, on pouvait lire:

«Ministère de l’instruction publique,

«Dossier n° 5860

«Le 1er février 1891

«Le directeur du lycée de … demande qu’on verse à son établissement trois mois de salaire.»

Au-dessous figurait une deuxième remarque, d’une autre écriture:

«Style incorrect. L’ordre des mots ne respecté pas les règles de la syntaxe. Des mots étrangers sont utilisés: tolérer et nécessaire.» (Ces deux mots étaient soulignés au crayon rouge dans le texte du directeur.)

Plus bas, de la main du ministre, il était indiqué (récriture était affreuse, illisible, une habitude chez ces messieurs, aussitôt entrés en fonction):

«Transmettre au Conseil de l’Éducation pour avis.»

Au-dessous, on pouvait lire, d’une écriture encore différente:

«Le 2 mars 1891

«À l’attention du Conseil supérieur de l’Education

(Cela donnait l’impression qu’il y avait au moins trente conseils de rang inférieur, alors qu’il n’existait en tout et pour tout qu’un seul Conseil de l’Éducation.)

«Le Conseil trouvera ci-joint une lettre envoyée par le directeur du lycée de … dont il voudra bien étudier les formes grammaticales, les caractéristiques syntaxiques et les propriétés stylistiques, avant de la retourner, avec son avis et sans délai, au Ministère de l’Instruction publique pour plus ample information.

«Par ordre du Ministre,

«etc.

«(Signature.)»

Étant donné la nature urgente de cette affaire, le Conseil supérieur de l’Éducation avait tenu séance sous quinzaine. Le dossier y avait été examiné parmi d’autres, et le Conseil avait résolu de le transmettre pour évaluation à deux experts. On les avait désignés en séance et la décision avait été consignée dans le procès-verbal; un inspecteur d’académie était chargé de la faire exécuter.

Venaient ensuite les courriers envoyés aux experts:

«Monsieur,

«Conformément à la requête de Monsieur le Ministre de l’Instruction publique du 2 mars de cette année, enregistrée sous le numéro 5860, et conformément au procès-verbal, alinéa 2, de la quinzième séance du Conseil supérieur de l’Éducation, qui s’est tenue le 17 mars de cette même année, j’ai l’honneur de vous prier d’étudier la note du directeur du lycée de … sur le plan grammatical, syntaxique et stylistique, et de soumettre au Conseil, dans les meilleurs délais, un rapport exhaustif sur le sujet.

«Veuillez recevoir, Monsieur, l’assurance de mon profond respect.

«Le Président du Conseil sup. de l’Éducation.

«(Signature.)»

Une lettre similaire avait été adressée au deuxième expert.

Seulement deux mois plus tard, le Conseil de l’Éducation recevait un rapport exhaustif sur la note du directeur de lycée, rapport auquel les deux experts avaient travaillé de concert. Il commençait en ces termes:

«À l’attention du Conseil supérieur de l’Éducation

«Nous nous sommes livrés à une étude approfondie de la note du directeur du lycée de … et nous avons l’honneur de soumettre ci-après au Conseil nos appréciations.

«La nature est entièrement gouvernée par la loi de l’évolution et des améliorations successives qu’elle implique. De même que l’organisme le plus élaboré, le corps humain, est issu du protozoaire originel grâce à des siècles d’évolution et d’améliorations successives, de même la langue a progressé depuis les sons inarticulés propres au règne animal, jusqu’à atteindre, à travers les âges, le haut degré de perfection des langues modernes contemporaines.

«Afin de présenter le sujet au mieux et de la manière la plus synthétique possible, nous procéderons dans l’ordre I suivant:

I — Généralités

  1. La parole et son apparition.
  2. L’origine des langues contemporaines.
  3. Leur racine commune (le sanscrit).
  4. La division des langues en grandes familles.
  5. Un peu de philologie comparée.
  6. L’histoire de la science du langage.
  7. Le développement de la science du langage: vue d’ensemble.

II — Notre langue et les lois de son développement

  1. L’ancienne patrie (histoire).
  2. Les langues apparentées.
  3. Les caractéristiques communes et les spécificités des langues apparentées, sœurs de la nôtre.
  4. Comment les dialectes de la langue commune dans l’ancienne patrie se sont développés en langues à part entière.
  5. Les dialectes de notre langue.

III — La lettre du directeur

  1. Origine et histoire de la lettre.
  2. Caractéristiques de sa langue en regard de celles de l’ancienne langue de Servilie utilisée dans les actes de l’époque…»

Et ainsi de suite. Comment aurais-je pu tout retenir! Ce qui précède, du reste, je ne suis même pas sûr de l’avoir retenu correctement.

Venait ensuite l’exposé par le menu de chaque section de chacun des chapitres ci-dessus et, après des pages et des pages, on en arrivait au mot tolérer. On pouvait lire:

«Tolérer, n. v. sansc. dharh duhorh, sauter, sautiller, courailler (V. livre IIIe p. 15, 114, 118 b. H. C.**m.) = pl. donti, r. duti, gr. εμαυριζω, 1re canto, cantare, provoco, provocere (sic) K. 3xb, léguer, léser, légende, léopard (V. Le léopard, fauve cruel, se courrouça. D. L. P. 18) = Une biche bondit hors du buisson = lérer avec “to”: tolérer (N. 16. V. Z. S. N. 0. 4. D. D. 18, 5. livre IIIe. Cf. l’exemple: “Le preux héros saignait de ses dix-sept blessures”).

«Il résulte de ce qui précède que le mot tolérer n’appartient pas à notre vocabulaire et qu’il faut, en tant que mot nuisible à notre nation, le rejeter.»

Une explication de même nature était avancée pour le terme nécessaire; les experts aboutissaient à la même conclusion.

Ils traitaient ensuite l’ordre des mots, d’abord en toute généralité, puis spécifiquement dans la lettre du directeur; là encore, ils formulaient de scientifiques objections…

La dernière partie s’intitulait «Style et propriétés stylistiques du document étudié» et se terminait par un long texte de plusieurs pages:

«La langue et le style du directeur: parallèle avec le style d’Homère dans l’Iliade. » (Là, ils avaient trouvé que le style d’Homère était nettement meilleur.)

«Compte tenu de tout ce qui précède, disaient-ils, nous sommes d’avis de retourner sa lettre au directeur du lycée de …, afin qu’il la corrige consciencieusement en fonction de nos remarques, après quoi il sera possible d’y donner suite comme il convient.»

Un mois plus tard, le Conseil avait tenu séance, examiné le rapport et pris la décision de retourner sa lettre au directeur, afin qu’il la corrigeât en fonction des remarques des experts et la renvoyât au ministère pour traitement ultérieur. À titre d’honoraires pour leur étude, messieurs les experts se voyaient allouer (chacun) deux cent cinquante dinars par chapitre, qui devaient être prélevés soit sur le fonds réservé aux pensions des veuves de fonctionnaires de l’enseignement, soit sur le budget prévu pour les salaires des appariteurs.

Le Conseil avait courtoisement transmis son avis à M. le ministre pour plus amples développements.

Et pour finir, le ministère avait retourné sa lettre (accompagnée du rapport dûment attaché en PJ) au directeur pour qu’il la corrigeât en fonction des remarques et objections des experts…

C’est ainsi que là-bas on débattait de tout, à fond, scientifiquement, qu’on passait la moitié de l’année à échanger des courriers, jusqu’à ce que l’ultime faute de grammaire eût été corrigée et qu’on pût enfin donner suite au dossier. Par le jeu de cette imposante correspondance, la note la plus infime donnait naissance à une liasse si volumineuse qu’on pouvait tout juste la porter sur son dos.

Bien entendu, les fonctionnaires du ministère, en tant qu’hommes de lettres, écrivaient tous des livres; seul M. le ministre n’écrivait rien. Je n’eus pas l’outrecuidance de me présenter devant lui: tout le monde me dissuadait de me risquer à une telle impudence, si je tenais à ma tête. M. le ministre, disait-on, faisait de la gymnastique du matin au soir, était très irascible et aimait la bagarre.

On racontait qu’un jour il en était même venu aux mains avec le chef de l’Église. Ce dernier, cavalier passionné, lui aussi amateur de gymnastique et lui aussi irascible pareillement porté à la bagarre. Pour des raisons inconnues, il avait donné des coups de bâton sur le crâne d’un ecclésiastique, dans la maison de Dieu. De l’avis général, il avait acquis son caractère sanguin à force de lire des livres sacrés; on lui passait donc ses invectives, dont au fond personne ne lui faisait grief. Son premier conflit avec le ministre avait éclaté à propos d’une course de chevaux; avait aussitôt suivi toute une série de différends d’ordre religieux ou éducatif, déterminants quant à la bonne édification de la jeunesse. Par exemple, le chef des croyants demandait qu’on introduisît à tout prix dans les précis de catéchisme un chapitre sur l’élevage des poulains, mais le ministre voulait à la place une section sur la natation. Aucun des deux n’avait voulu céder sur ces importantes questions; de fil en aiguille, l’affaire était allée si loin qu’ils ne pouvaient plus se voir en peinture. Le ministre, manifestant la pire malveillance à l’égard de son adversaire, avait interdit qu’on parlât de chevaux à l’école, même pendant les cours de zoologie qui, d’après le programme, devaient leur être consacrés; sur ordre ministériel, ces heures d’enseignement avaient été dédiées à la nage en eau froide plutôt qu’à ces animaux repoussants.

Mais changer un chapitre d’un manuel scolaire était bien peu de chose quand l’ensemble des manuels, et les programmes eux-mêmes, dans leur intégralité, changeaient tous les deux jours.

Il n’y avait pas un agent de l’instruction publique qui n’écrivît des ouvrages scolaires; chacun avait en outre rédigé quelque opuscule qui servirait lors de la distribution des prix aux élèves, ou pour faire la lecture aux gentils petits enfants.

Les livres de classe, c’est-à-dire leurs auteurs, attendaient chacun son tour. Comme il fallait aider matériellement tous ces auteurs, on leur achetait leurs ouvrages, ou bien on les recommandait aux écoles en tant qu’outils indispensables à l’enseignement. Le ministre subvenait en priorité aux besoins de ses amis proches et de sa parentèle. A peine un manuel était-il adopté et les élèves se l’étaient-ils procuré que, dès le lendemain, un ami plus intime du ministre lui en apportait un autre; naturellement, il fallait aussi rendre service à cet ami-là. Sur-le-champ, le jour même, une circulaire était émise:

«Un long usage ayant montré que tel manuel (suivaient le nom de l’auteur et la matière), en vigueur jusqu’à présent, était tout à fait inadapté, il convient, dans l’intérêt des enseignements, de cesser de l’utiliser et de le remplacer par le manuel…» (J’ai oublié le nom de l’auteur.)

Je voulus rendre visite à M. le ministre de la justice, mais celui-ci s’était alors absenté de Servilie. Il était parti à l’étranger afin d’y mener une étude sur les écoles pour enfants sourds-muets; le gouvernement pensait en effet sérieusement à créer quelques établissements de ce type, dans le dessein de redresser la situation financière désastreuse du pays. Comme cette affaire, très importante et même essentielle, ne pouvait tolérer d’être différée, les mesures indispensables avaient aussitôt été prises. Outre qu’on avait envoyé le ministre de la justice étudier l’organisation de ces institutions, en lui accordant une prime considérable en plus de son salaire, on avait sans tarder appointé un directeur des écoles pour enfants sourds-muets, dont le traitement et les indemnités de représentation étaient très respectables; on avait nommé des enseignants; la construction d’un grand bâtiment destiné aux appartements du directeur était déjà bien avancée. Il va sans dire qu’on avait aussi embauché sur-le-champ, pour cet institut, un intendant, un médecin, un surveillant en chef, un comptable, un comptable en second, un clerc, trois ou quatre commis aux écritures et quelques factotums. Tous, du directeur aux factotums, recevaient assidûment leur salaire; ils attendaient avec impatience de commencer leurs nouvelles activités, sauf le directeur, qui laissait entendre ici et là qu’il allait, par l’intermédiaire d’un ministre membre de sa famille, faire en sorte que cette institution reçût des enfants en parfaite santé.

L’institut, ou plutôt les fonctionnaires, car il n’y avait pas trace d’institut, les fonctionnaires, donc, étaient placés sous l’autorité du ministre de la justice; le ministre de l’instruction publique avait en effet déclaré qu’il ne saurait avoir à faire «avec des sourdingues».

L’attention et la sollicitude du ministre de la justice étaient tout entières et exclusivement tournées vers cette école pour enfants sourds-muets; ses affaires courantes étaient expédiées par le ministre de la guerre, dont les tâches étaient exécutées par le ministre de l’instruction publique, lequel par ailleurs avait livres et écoles en détestation, si bien que les obligations de sa charge étaient assurées par sa femme qui, comme chacun le savait, se plaisait à lire des romans policiers et à manger de la glace au chocolat.

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Servilie (8/12)

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Bien que ma première intention fût d’aller voir le ministre de l’instruction publique, les derniers et regrettables événements me donnèrent l’envie de savoir ce qu’en pensait le ministre de la guerre; je me rendis donc chez lui le jour même.

Le ministre, un homme chétif et minuscule à la poitrine creuse, aux petites mains étroites, venait juste de terminer sa prière quand il me reçut.

Dans son bureau flottait comme une odeur d’église, myrrhe et encens mélangés, et sur sa table s’amoncelaient de vieux livres pieux aux pages déjà jaunies.

Je crus d’abord m’être adressé par erreur à quelqu’un d’autre, mais l’uniforme d’officier de haut rang que portait le ministre était la preuve que je ne m’étais pas trompé.

— Excusez-moi, monsieur, dit-il doucement d’une voix grêle et délicate, je viens juste de terminer ma prière. J’ai l’habitude d’en faire une à chaque fois que je me mets au travail; c’est d’autant plus justifié par les temps qui courent, à cause des derniers et regrettables événements au sud de notre cher pays.

— S’ils continuent leurs incursions, cela peut bien aller jusqu’à la guerre? demandai-je.

— Non, non, il n’y a aucun danger.

— Mais je suppose, monsieur le ministre, que le danger est déjà bien présent, s’ils tuent et pillent quotidiennement dans toute une partie de votre pays?

— Ils tuent, c’est exact; mais nous ne saurions être aussi peu civilisés, aussi rustres que…

Le discours de M. le ministre prit subitement une tournure inattendue:

— Il fait froid ici, comme s’il y avait un courant d’air. J’ai beau dire et répéter au factotum que la température de mon bureau doit toujours être de seize degrés et demi, rien n’y fait…

Il sonna le préposé.

Celui-ci entra et s’inclina; ses décorations lui tintèrent sur la poitrine.

— Ne vous ai-je pas dit, au nom du ciel, qu’il devait y avoir une température constante de seize degrés et demi dans mon cabinet? Or il fait froid ici; il doit y avoir un courant d’air; c’est tout juste si on ne gèle pas!

— Monsieur le ministre, le thermomètre indique dix-huit degrés! dit le factotum poliment avant de s’incliner.

— Bon, alors ça va, répondit le ministre satisfait de cette réponse. Vous pouvez disposer, si vous le souhaitez.

Le préposé s’inclina de nouveau profondément et sortit.

— Cette maudite température me donne bien du souci, je vous assure; or c’est un point capital pour l’armée. Si la température n’est pas comme il faut, l’armée ne vaut rien… J’ai passé ma matinée à préparer une circulaire à toutes les autorités militaires… Tenez, je vais vous la lire:

«Ces derniers temps, les incursions des Anoutes dans le sud de notre pays se sont multipliées; j’ordonne donc par la présente ce qui suit: chaque jour, ensemble et sous les ordres de leur commandement, les soldats prieront le Très-Haut pour le salut de notre chère et bien-aimée patrie, dont le sol est imbibé du sang de nos illustres ancêtres. C’est l’aumônier du régiment qui choisira la prière la plus appropriée, mais il faudra ajouter à la fin: “Que le Seigneur miséricordieux accorde le paradis éternel à nos compatriotes, ces hommes braves, paisibles et justes, qui sont tombés victimes des violences bestiales de ces brutes d’Anoutes! Que Dieu pardonne à ces justes épris de la patrie! Qu’ils reposent en paix dans la terre de Servilie, qu’ils ont aimée avec ardeur et dévouement! Gloire à eux!” Ces phrases devront être prononcées en même temps par tous les soldats et tous leurs supérieurs, mais sur un ton plein de dévotion et de piété. Ensuite, tous devront se redresser, relever la tête avec orgueil et fierté, comme il sied aux courageux fils de notre pays, et s’exclamer trois fois d’une voix de tonnerre, au son de tambours et trompettes: “Vive la Servilie, à bas les Anoutes!” Il faudra veiller à respecter soigneusement ces consignes, car le bien de notre patrie en dépend. Une fois tout cela accompli sans accroc, quelques détachements portant drapeau défileront triomphalement à travers les rues, où la fanfare fera retentir des airs martiaux; les soldats devront marteler le pavé au point que le cerveau leur cogne dans le crâne à chaque pas. L’affaire étant urgente, la présente requiert de votre part exécution sans délai et avec exactitude, après quoi vous soumettrez un rapport circonstancié… En même temps, je donne l’ordre le plus strict d’accorder une attention particulière à la température des casernes, afin de satisfaire cette condition des plus essentielle au développement harmonieux de nos forces armées.»

— L’initiative ne manquera pas d’être couronnée de succès si la circulaire arrive à temps? dis-je.

— Il me fallait agir vite, aussi l’ai-je fait télégraphier; Dieu merci, elle a été transmise à temps, une bonne heure avant votre arrivée. Si je ne m’étais pas dépêché de l’expédier par ce moyen rationnel, un tas d’événements tout à fait fâcheux auraient pu se produire.

— Vous avez raison! opinai-je pour dire quelque chose, bien que je n’eusse pas la moindre idée de ce qui aurait bien pu se produire de si fâcheux.

— Oui, cher monsieur, j’ai raison. Si, en tant que ministre de la guerre, je n’avais pas agi de la sorte, n’importe quel commandant des régions sud aurait pu faire appel à nos divisions pour secourir nos compatriotes par la force des armes, et verser le sang des Anoutes. Tous nos officiers pensent d’ailleurs que c’est la meilleure façon de s’y prendre, mais ils refusent de réfléchir un peu plus et de considérer la situation de plusieurs points de vue. Tout d’abord, nous, le gouvernement actuel, nous voulons une politique étrangère de paix et de piété, nous ne voulons pas être inhumains vis-à-vis de nos ennemis; qu’eux-mêmes se comportent d’une manière si bestiale à notre égard, Dieu le leur fera payer par de perpétuels tourments dans le feu de l’enfer, où ils iront grincer des dents pour l’éternité. Le deuxième élément également d’importance, mon cher monsieur, est que le gouvernement actuel ne bénéficie pas du soutien populaire: l’armée nous est donc surtout nécessaire pour nos affaires de politique intérieure. Par exemple, si une commune est aux mains des gens de l’opposition, il faut avoir recours aux troupes en armes pour punir ces traîtres à la patrie et remettre le pouvoir aux mains de quelqu’un qui soit notre homme…

Le ministre toussota et j’en profitai pour dire:

— Tout cela est exact, mais… et si les incursions des bandes d’Anoutes devaient prendre de plus amples proportions?

— Eh! dans ce cas, nous aussi, nous prendrions des mesures plus sévères.

— En l’occurrence, à quoi pensez-vous, monsieur le ministre, si je peux me permettre de vous le demander?

— À des mesures plus sévères, mais prises avec tact, après mûre réflexion. L’ordre serait donné sans attendre que de fermes résolutions soient adoptées une fois encore dans tout le pays; si, par extraordinaire, cela devait ne pas suffire, alors nous serions bien obligés de lancer rapidement, sans perdre une minute, un nouveau journal patriotique, d’orientation exclusivement patriotique, qui serait truffé d’articles incisifs, voire mordants, contre les Anoutes. Enfin, Dieu nous garde de devoir en arriver là!

Le ministre baissa humblement la tête et se mit à faire des signes de croix; ses lèvres pâles et décharnées marmonnaient de ferventes prières.

Pour ma part, je ne fus aucunement envahi par cette pieuse béatitude, mais n’en commençai pas moins à me signer moi aussi, par pure sociabilité; des idées bizarres m’assaillirent: «Drôle de pays! Là-bas les gens meurent, ici le ministre de la guerre concocte des prières et cogite à une publication patriotique! Leur armée est disciplinée et courageuse, d’innombrables guerres en attestent: pourquoi ne pas déployer un bataillon sur la frontière pour faire barrage au danger que représentent ces bandes d’Anoutes?»

Le ministre interrompit le cours de mes pensées:

— Vous êtes peut-être surpris par la teneur de mon plan, monsieur?

— C’est le cas de le dire! dis-je mécaniquement.

Je me repentis aussitôt de cette remarque irréfléchie.

— Vous n’êtes pas assez éclairé sur cette affaire, mon cher. L’essentiel ici n’est pas de garantir l’intégrité du pays, mais de garantir la longévité du cabinet. L’équipe précédente a tenu un mois, nous n’allons quand même pas essuyer la honte de tomber quand nous n’en sommes qu’à deux ou trois semaines! Notre position est sans cesse ébranlée, nous devons donc user de tous les moyens pour nous maintenir le plus longtemps possible.

— Et comment vous y prenez-vous?

— Comme les autres avant nous! Nous faisons chaque jour des surprises, nous organisons des célébrations, et maintenant que nous sommes en fort mauvaise posture, nous allons devoir inventer un complot. Ça, au moins, ce n’est pas difficile chez nous. Et les gens ont pris le pli, c’est l’essentiel: pour peu qu’on s’abstienne pendant quelques jours d’utiliser ce redoutable instrument de répression contre l’opposition, aussitôt tout le monde s’enquiert (bien qu’en principe l’obéissance servile soit de règle): «Alors, alors, toujours pas de complot?» Ainsi donc, du fait de ces surprises, de ces célébrations, de ces complots, nous avons constamment besoin de l’armée pour nos affaires intérieures. Que là-bas les gens meurent, c’est secondaire, cher monsieur; j’ai d’autres priorités. Se battre avec les Anoutes serait à l’évidence une imbécillité et j’ai de meilleurs services à rendre au pays. Tout bien considéré, il me semble que votre avis sur la situation n’est pas très original; hélas, nos officiers et l’ensemble de nos soldats pensent comme vous; mais nous, les membres de l’actuel cabinet, nous regardons les choses avec plus de clairvoyance et de pondération!

— À quoi donc l’armée peut-elle mieux servir qu’à défendre le pays, à défendre ces familles là-bas dans le Sud, qui pâtissent des exactions étrangères? Car cette même région, monsieur le ministre, fait enrôler ses fils, et le fait volontiers, parce qu’elle en attend, de ses fils et de son armée, un soutien, dis-je sur un ton plutôt virulent.

Je n’aurais pas dû tenir ces propos mais on se met parfois à marcher sur la tête, jusqu’à dire et faire n’importe quoi.

— Vous croyez que nos troupes n’ont rien de mieux à faire, monsieur? me tança le ministre sans élever la voix.

Hochant la tête d’un air de reproche, navré et vaguement indigné, il me toisait de la tête aux pieds. Il répéta, dans un soupir affligé:

— Vous croyez?

— Mais, je vous prie… commençai-je.

Qui sait ce que j’aurais dit — je ne le sais pas moi-même s’il ne m’avait interrompu en haussant le ton, énonçant avec importance une question grave et qui se voulait définitive:

— Et les parades, alors?

— Quelles parades?

Le placide et componctueux ministre s’énerva quelque peu:

— Comment peut-on encore poser la question? Et dire qu’il s’agit de quelque chose de capital dans le pays!

— Excusez-moi, je ne savais pas, dis-je.

— Vous ne saviez pas?… Vous plaisantez! Et moi qui ne cesse de vous le répéter: il faut des célébrations, il faut des parades, les importantes surprises que nous organisons l’exigent! Comment pourrait-on faire tout cela sans armée? Pour l’instant au moins, c’est sa tâche principale. Les bandes ennemies peuvent bien continuer leurs raids, ce n’est pas si grave; en revanche, il est essentiel que nous paradions dans les rues au son du clairon; et si les menaces de l’étranger devaient prendre des proportions démesurées, le ministre des relations extérieures finirait bien par s’en inquiéter, à supposer qu’il ne soit pas, incidemment, pris par ses tâches domestiques. Le pauvre homme a en effet une assez nombreuse progéniture, et pourtant l’État prend soin de ses serviteurs méritants. Les fils de mon collègue des relations extérieures sont très mauvais élèves, vous savez; que pouvait-on faire d’autre que leur accorder une bourse d’études? C’est une décision juste; d’ailleurs ses filles aussi bénéficieront du soutien de l’État: elles se verront attribuer une dot constituée sur les deniers publics, ou alors on donnera à leur époux un bon poste, qu’il ne pourrait jamais obtenir autrement, bien entendu.

— Je vois que vous savez apprécier les mérites! dis-je.

— C’est une qualité incomparable de notre pays. En cela nous sommes hors pair. La puissance publique, généreuse, prend toujours soin de la famille d’un ministre, qu’il soit bon ou mauvais. Je n’ai pas d’enfants, mais l’État va envoyer la sœur de ma femme étudier la peinture.

— Mademoiselle la sœur de votre épouse est douée?

— Jusqu’à présent, elle n’a jamais rien peint; mais, qui sait, on peut espérer quelque succès. Son mari, mon beau-frère, ira avec elle; lui aussi a bénéficié d’une bourse. C’est un garçon très sérieux et très travailleur, sur qui l’on peut fonder de grandes espérances.

— Il s’agit d’un jeune couple?

— Encore jeune, oui, ils sont bien conservés; mon beau-frère a soixante ans, et ma belle-sœur autour de cinquante-quatre.

— Monsieur votre beau-frère est certainement versé dans la science?

— Oh, et comment! Il est marchand de quatre-saisons mais lit volontiers des romans; et il dévore les journaux, comme on dit. Il les lit tous sans exception et a déjà lu plus de vingt feuilletons et romans. Nous l’avons envoyé étudier la géologie.

Le ministre se tut, réfléchit un moment et se mit à tortiller un chapelet pendu à son épée.

Son beau-frère et sa belle-sœur ne m’intéressaient guère, aussi lui rappelai-je le fil de notre discussion:

— Vous parliez de surprises, monsieur le ministre?

— Ah oui, c’est vrai, j’ai un peu dévié la conversation vers des sujets accessoires. Vous avez raison. Nous avons préparé une grosse surprise, qui devrait avoir un impact politique considérable.

— Ce sera sûrement quelque chose de très marquant. Et on ne peut rien en savoir à l’avance? demandai-je avec curiosité.

— Mais voyons, pourquoi est-ce qu’on ne pourrait pas? Toute la population est déjà prévenue, elle prépare les réjouissances et s’attend à tout instant à cet événement capital.

— Ce sera en quelque sorte un heureux concours de circonstances pour le pays?

— Exceptionnellement heureux. Le peuple entier se réjouit, il rend un vibrant hommage au gouvernement pour sa direction avisée et patriotique. Plus rien ne compte aujourd’hui chez nous, on ne parle plus que de la chance qui va bientôt nous sourire.

— Et bien entendu tout a été fait pour que, à coup sûr, la chance sourie?

— Nous n’avons pas encore d’idée bien arrêtée sur la question, mais nous n’excluons pas la possibilité que, effectivement, le hasard fasse bien les choses. Vous connaissez certainement cette vieille, très vieille histoire: au peuple qui grondait, les autorités d’un pays annoncèrent l’arrivée imminente d’un grand Génie, autant dire le Messie, qui allait sauver la patrie des dettes, de la gestion déplorable des affaires publiques, des maux et misères de l’existence, pour la mettre sur la bonne voie et la conduire vers un avenir meilleur. Et effectivement, les citoyens, mécontents de leur gouvernement et exaspérés par son administration calamiteuse, retrouvèrent leur calme et la liesse s’empara de tout le pays… Vous n’avez jamais entendu cette vieille histoire?

— Non, jamais, mais elle est fort intéressante. Et alors, que s’est-il passé?

— Comme je vous le disais, la joie, la liesse déferla sur le pays tout entier. Le peuple, réuni en grande assemblée plénière, décida qu’on achèterait, grâce à de riches subsides, de vastes domaines pour y édifier de nombreux palais, sur lesquels on ferait inscrire: «Le peuple, à son bon Génie et sauveur». Aussitôt dit, aussitôt fait, en un rien de temps tout fut arrangé, on n’attendait plus que le Messie. Ils avaient même choisi, par un vote à main levée et au suffrage universel, le nom de leur sauveur.

Le ministre s’arrêta pour reprendre son chapelet qu’il se mit à égrener tranquillement.

— Et le Messie s’est manifesté? demandai-je.

— Non.

— D’aucune façon?

— Non, d’aucune façon, j’imagine! dit le ministre avec indifférence.

Il avait l’air de raconter cette histoire contre son gré.

— Pourquoi?

— Allez savoir!

— Il ne s’est rien passé, rien de spécial?

— Non, rien.

— C’est bizarre! dis-je.

—Au lieu du Messie, ils ont eu cette année-là une tempete de grêle et toutes les récoltes ont été dévastées! dit le ministre imperturbable, les yeux fixés sur son chapelet d’ambre.

— Et le peuple? demandai-je.

— Quel peuple?

— Mais celui du pays dont parle cette histoire passionnante!

— Rien! dit le ministre.

— Absolument rien?

— Qu’y pouvait-il!… Le peuple reste le peuple!

— C’est stupéfiant! dis-je.

— Bah! à vrai dire, le peuple en a quand même bien profité.

— Bien profité?

— C’est évident!

— Je ne vois pas!

— C’est pourtant simple… Le peuple a vécu, ne serait-ce que quelques mois, dans la joie et le bonheur.

— C’est exact! dis-je, un peu honteux de n’avoir pas su saisir immédiatement une telle évidence.

La conversation roula encore sur un certain nombre de sujets; entre autres choses, M. le ministre me signala qu’on allait justement promouvoir, à cette même date, à l’occasion de l’heureux hasard dont nous avions parlé, quatre-vingts généraux.

— Et combien y en a-t-il, aujourd’hui? demandai-je.

— Un certain nombre, Dieu merci, mais nous sommes obligés de procéder à ces nominations, il y va de la réputation du pays. Ecoutez seulement comment cela sonne: quatre-vingts généraux en un seul jour.

— Cela en impose, dis-je.

— Absolument. Le principal, c’est de déployer toute la pompe possible et de faire le plus de bruit possible!

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